Mythos Loreley


Schon der romantische Dichter Lord Byron und der Maler William Turner waren tief beeindruckt von der bizarren Fels- und Flusslandschaft. Bis heute inspirieren sie mit ihren Werken Menschen aus aller Welt, den Mittelrhein zu bereisen.

Wohl am berühmtesten ist die Mär von der schönen Loreley. Auf dem hohen Felsen sitzend, kämmte sie ihr goldenes Haar und riss mit betörendem Gesang die Rheinschiffer inmitten gefahrvoller Fluten in den Untergang.


INFO-TIPPS:

  • Loreleybesucherzentrum
  • Freilichtbühne Loreley
  • Wahrschauer- und Lotsenmuseum St. Goar
  • Stadtmuseum im Kulturhaus Oberwesel

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
daß ich so traurig bin;
ein Märchen aus uralten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.

Die Luft ist kühl und es dunkelt,
und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar,
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldnes Haar.

Sie kämmt es mit goldnem Kamme,
und singt ein Lied dabey;
das hat eine wundersame,
gewaltige Melodey.

Den Schiffer, im kleinen Schiffe,
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh‘.

Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn;
und das hat mit ihrem Singen
die Loreley getan.

Das Loreley-Lied von Heinrich Heine