Via Sancti Goaris

Auf den Spuren der Geschichte (in) einer geschichtsträchtigen Stadt am Mittelrhein

Entdecken und erleben Sie die Stadt St. Goar:

Sancti Goaris ist der Name des Ortes in den ältesten überlieferten Urkunden. Die Via Sancti Goaris führt Sie auf den Spuren seiner Geschichte zu den attraktiven Punkten der Stadt und macht diese anhand von Bildern und historischen Belegen erlebbar.

Via Sancti Goaris ist ein kulturhistorischer Stadtrundgang zu 36 Stationen der Geschichte dieser bedeutenden Stadt am Mittelrhein. Sie führt als Rundweg über eine leicht begehbare Strecke von etwa 1,7 Kilometern, wobei Abkürzungen jederzeit möglich sind. Viele Punkte laden zum Bummeln und Verweilen ein.

Die Stadt St. Goar

Auf den Spuren der Geschichte (in) einer geschichtsträchtigen Stadt am Mittelrhein

Die Stadt St. Goar – benannt nach dem gleichnamigen Mönch, der hier vor anderthalb Jahrtausenden wirkte – zieht seit Jahrhunderten Reisende in ihren Bann. Bereits im 18. Jahrhundert berichtete der Rheinreisende Aurelio de Giorgi Bertòla: „Die Schönheiten von Sanct Goar haben von Natur etwas Feyerliches und Pathetisches ...".

Nicht nur die Stadt, auch die einzigartige Landschaft, an einer der attraktivsten Stellen des Rheins im Zentrum der UNESCO-Welterbestätte „Oberes Mittelrheintal“ gelegen, begründen den besonderen Reiz von St. Goar. Noch immer gilt, was der rheinische Heimatschriftsteller W. O. von Horn 1881 schrieb: „Auf einem schmalen Uferstreifen drängen sich die Häuser von St. Goar aneinander, überragt von ... mächtigen Mauern, die einst zu den Festungswerken der Rheinfels gehörten ... und die an und für sich schöne Landschaft schmücken.“

In der Stadt St. Goar und ihrer Umgebung kann man den unverwechselbaren Charakter des Oberen Mittelrheintals erleben, der diese einzigartige Kulturlandschaft zum „Erbe der Menschheit“ erhebt.

Der Heilige Goar

Die Stadt St. Goar verdankt ihren Namen dem gleichnamigen, aus Aquitanien (Südwestfrankreich) stammenden Mönch, der sich um 530 hier niederließ.

Als Einsiedler lebte er zunächst in einer Felsenhöhle flussaufwärts von St. Goar. Mit Erlaubnis des Trierer Bischofs missionierte er die Landbevölkerung, speiste die Armen und setzte sich für Reisende und Kranke ein.

Als aufgrund seiner Popularität immer mehr Menschen zu ihm kamen, siedelte er an die Stelle der heutigen Stadt um, gründete dort ein Hospiz und ließ eine Kapelle errichten.

Goar starb um das Jahr 575.

Nach seinem Tod wurde Goar wegen seines frommen Lebenswandels als Heiliger verehrt, sein Grab entwickelte sich zu einer vielbesuchten Wallfahrtsstätte.

Trotz intensiver Bemühungen wurde Goar nie heilig gesprochen. Seiner Verehrung schadete dies nicht, er galt und gilt am Rhein als Volksheiliger.

In der Vita sancti Goaris sind Geschehnisse aus seinem Leben und Ereignisse, die sich an seinem Grab ereignet haben sollen, überliefert.

 

 

Chronik von St. Goar

Ein Flecken am Rhein* – St. Goars Geschichte im Überblick

* nach einem Gedicht von Ferdinand Freiligrath über St. Goar

Vor 530
Ein Ort mit ungewissem Ursprung

Vermutlich war der Flussabschnitt unterhalb der gefährlichen Engstelle des Rheins schon in vorrömischer Zeit von Fischern und Schiffern besiedelt. Möglicherweise befand sich hier ein militärisch gesicherter Rheinübergang.

Um 530 ließ sich hier der Mönch Goar nieder. Er gründete ein Hospiz und wirkte als Wohltäter für Reisende und Bewohner.

530 bis 1190
Der Wallfahrtort St. Goar

Der Heilige Goar gelangte zu einem legenderen Ruf. Nach seinem Tod (575) entwickelte sich sein Grab zu einer viel besuchten Wallfahrtsstätte, die von Klerikern betreut wurde. Rund um das Kloster und die 772 eingeweihte Stiftskirche entstand eine größere Siedlung, die zur Abtei Prüm (Eifel) gehörte und nach dem Heiligen benannt wurde.

Um 820 wurden die Grafen von Arnstein als Vögte in St. Goar eingesetzt.

1183 erhielt St. Goar die Stadtrechte.

1190 bis 1479
Die Grafen von Katzenelnbogen – St. Goar wird Residenzstadt

Nach dem Aussterben der Arnsteiner Linie wurden 1190 die Grafen von Katzenelnbogen von den Äbten von Prüm als Vögte in St. Goar eingesetzt. Rasch drängten sie deren Einfluss zurück und beherrschten die Stadt. St. Goar wurde Mittelpunkt des Territoriums eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter der Zeit und entwickelte sich zu einer blühenden Residenzstadt. Der einträgliche St. Goarer Rheinzoll sicherte die Einkünfte der Grafen.
1245 erfolgte der Bau der Burg Rheinfels, die bereits zehn Jahre später (1255) der Belagerung durch den Rheinischen Städtebund widerstand und sich einen Ruf als uneinnehmbare Feste errang.
In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die Stadt durch den Bau einer Stadtmauer gesichert.

1479 bis 1794

Die Landgrafen von Hessen – St. Goar als Festungsstadt

Nach dem Erlöschen der Katzenelnbogener Linie treten die Landgrafen von Hessen 1479 das Erbe an. Über zwei Jahrhunderte wechselten sich verschiedene rivalisierende hessische Linien im Besitz St. Goars ab. 

Durch den Ausbau der Befestigungsanlagen ab 1500 gewann die Burg Rheinfels immer größere strategische Bedeutung und St. Goar wurde zur militärisch wichtigen Festungsstadt.

 Nach der Einführung der Reformation 1527 erlosch die Wallfahrt zum Grab des Hl. Goar, während die Stadt gleichzeitig ihren Ruf als gesellschaftliches Zentrum am Mittelrhein festigte.

 Der Dreißigjährige Krieg (1618 - 1648) brachte im Streit der Hessischen Linien Zerstörung und Leid.

 Im Pfälzischen Erbfolgekrieg überstand die Rheinfels als einzige linksrheinische Burg die Belagerung durch französische Truppen (1688 und 1692/93), die Stadt wurde dabei erheblich zerstört.

 1794 wurden während des Revolutionskrieges die Festung Rheinfels und die Stadt St. Goar kampflos an die französischen Revolutionstruppen übergeben.

1794 bis 1813

St. Goar unter französischer Verwaltung


Im Gefolge der Französischen Revolution wurde 1794 die linke Rheinseite französisch und St. Goar kam bis 1813 unter französische Verwaltung.



1797 und 1798 wurden unter französischer Ägide das Schloss und die Festung Rheinfels gesprengt. 



Die Franzosen führen den Code Napoleon und  Französisch als Amtssprache ein und bauen die Rheinuferstraße aus

ab 1814
Die preußische Zeit – St. Goar als 
Verwaltungszentrum und Fremdenverkehrsort

Nach dem Wiener Kongress (1815) fiel das Mittelrheingebiet an Preußen. St. Goar wurde Mittelpunkt des neu gebildeten Kreises St. Goar.

Die Rheinromantik des 19. Jahrhunderts führte viele Besucher in die Stadt. 



Durch die Einführung des Dampfschiffverkehrs (1826) und den Bau der Eisenbahn (1859) entwickelte sich ein lebhafter Fremdenverkehr.

1969 erfolgte die Auflösung des Kreises St. Goar.