Fest der Freundschaft voll gelungen

Der Heilige Goar hatte zu seinem Namenstag und zum Fest der Freundschaft anlässlich des 45-jährigen Bestehens der Städtefreundschaft zwischen Sankt Goar und Châtillon-en-Bazois bestes Wetter ausgegeben. Während die rund zwei Dutzend französischen Freunde aus Châtillon am Donnerstagabend seine Stadt erreichten, schreckensbleich ob der unterwegs erlebten Unwetter, schob er die dunklen Wolken einfach beiseite und bereitete den Weg für einen entspannten Willkommensabend.
Der Freitagmorgen war dem gemeinsamen Aufbau der Stände auf dem Schulhof der Rheinfelsschule gewidmet und endete mit einem von der Pizzeria Alla Fontana gestifteten Mittagsmahl, das gemeinsam mit den städtischen Arbeitern genossen wurde. Diese hatten schon umfangreiche Vorarbeit geleistet, so dass man sich nachmittags im Rebstock Garten einfinden und einvernehmlich den Sieg des künftigen Weltmeisters gegen Uruguay bejubeln konnte.
Am Samstagnachmittag eröffneten die Stände unter den Klängen des Loreley Ensembles. Die Freunde aus Frankreich verwöhnten mit nachbarlichen Spezialitäten wie Honig aus dem Morvan, Pâté vom Charolais-Rind, Safrangebäck und Kunstgewerbe aus ihrer Heimat und frisch zubereiteten Crêpes. Feuerwehr und Rampenschisser sorgten dafür, dass auch sonst niemand verhungerte oder verdurstete, der Weinkonvent bot exquisite Weine von hie und da, die bildenden Künstler beider Regionen hatten unter Federführung der „Treidler“ eine sehenswerte Ausstellung in der Schule arrangiert, die Stadt Sankt Goar bot Tourist-Informationen und der Freundschaftskreis St. Goar-Châtillon selbst erfreute mit einem reich mit gespendetem Backwerk bestückten Kuchenstand.
Große Freude bereiteten auch die Bands, jede einzelne mit hoher musikalischer Qualität und insgesamt mit einer Vielfalt, die ein kleines Fest in einer kleinen Stadt selten bietet. Nach schwungvoller Eröffnung durch das Loreley Ensemble führte die ihren Namen Lügen strafende Rock Band „Uneinig“, erstklassig abgemischt, mit großem Sound und ihrer starken brasilianischen Sängerin nicht nur viele der Anwesenden in die Jugendzeit zurück, sondern auch in eine magische Nacht hinein, so dass man anschließend bei den Klängen der „Frankfurter Brasilianer“ alias „Augusto und Freunde“ glaubte, das Girl von Ipanema auf der Hafenkrippe flanieren zu sehen. Morgens dann präsentierte der helle Tag einen hervorragend aufgelegten Musikverein Sankt Goar, der mit seinem fröhlichen Frühschoppen den Abschied vom Fest schwer machte.
Doch die Freunde aus Frankreich mussten zeitig ihre verbliebenen Habseligkeiten packen, um nicht zu spät ihre Heimat zu erreichen. So klang das Fest am frühen Sonntagnachmittag gemütlich aus. Der Vorsitzende des Freundschaftskreises, Stefan Krick, und Bürgermeister Horst Vogt, der die Veranstaltung mit allen seinen Mitarbeitern unterstützt hatte, konnten ein rundum positives Fazit ziehen. Der Festplatz hatte sich gut bewährt, das Wetter und die Musiker hatten brilliert, viele hatten zum Fest beigetragen, noch mehr waren gekommen und wer gekommen war, dem hatte es gefallen. Vielleicht ein Anfang für weitere Gemeinsamkeit in Sankt Goar, nicht nur über Ländergrenzen hinweg.