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22. April 2009

Die St. Goarer Rampenschisser sind Vorbilder im Ehrenamt

Eigentlich hatten sich die im vollen Saft des Lebens stehenden St. Goarer freiwilligen Feuerwehrmänner vor über 40 Jahren bei der Gründung ihres Vereins nicht große Gedanken um den heiligen Goar und auch nicht um die Tradition ihrer heimatlichen Lotsenstadt gemacht. Außer den natürlich angesagten Feuerwehrpflichten nachzugehen, wollten sie im allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung der Nachkriegsjahre auf gemeinsamen Touren und Ausflügen die Welt sehen, und wenn es zu Beginn auch nur die Ehrbachklamm war. Die Chronik der ersten „Schisserjahre“ weiß eigentlich auch lediglich von frohen Festen zu Hause und auswärts zu berichten. Sie berichtet aber auch von diszipliniertem Clubverhalten. Gelungene Karnevalsauftritte und das einträgliche Betreiben eines Standes bei den diversen Stadtfesten bedurften eines gut vorbereiteten Einsatzes. Der Vereinspräsident wechselte – und so ist es bis heute geblieben – zweijährlich, damit keine verpflichtenden Erbhöfe entstehen. Zurzeit ist Peter Werner der Rampenschisser-Chef.

Wer aber den seit Menschengedenken geltenden „Spitznamen“ seiner St. Goarer Mitbürger im Vereinsnamen trägt, der ist sich dieser hohen Ehre auch in ganz besonderem Maße bewusst. Machen wir es kurz: Was diese Männer im Laufe ihrer Vereinsjahre aus recht verstandener Liebe zu ihrer Heimatstadt an ehrenamtlicher Arbeit verrichtet haben, das sucht landauf, landab seinesgleichen.

Die seit mehr als einem Vierteljahrhundert von ihnen auf der Burg Rheinfels geleisteten Arbeitsstunden haben mit dafür gesorgt, dass wertvolle Teile des St. Goarer Wahrzeichens erhalten blieben. Sie arbeiteten und arbeiten nicht nur ehrenamtlich, sondern sie bringen noch Geld mit. Ihre Erlöse aus den stadtbekannten Vereinsfesten setzten sie immer wieder für gute Zwecke ein.

Nennen wir beispielsweise nur die Aktivitäten der letzten Monate: Die schmucken Fahnen an der St. Goarer Rheinpromenade machten sie ihrer Heimatstadt zum Geschenk. Die Unterhaltung der Fahnenmasten, ihr herbstlicher Abbau, ihre winterliche Restaurierung und das vor wenigen Tagen erfolgte frühjährliche Aufstellen haben sie ohne große Worte zu ihrer eigenen Sache gemacht. Die jetzige Pflanzzeit nutzen sie, um am Treppenaufgang zwischen der Rheinstraße und der B 9 ein wunderschönes Blumenbeet anzulegen. Dass die Pflanzen von der Nachbarschaft gespendet wurden und sie auch hin und wieder mit einer kleinen Geldspende bedacht werden, freut sie natürlich. Stadtbürgermeister Walter Mallmann, der um die kleinen Wünsche dieser Vorbilder im Ehrenamt nach getaner Arbeit weiß, übergab eigens dazu (unser Bild) eine kleine Spezialität.