Der spätgotische Altar von Sankt Goar
Ein Vortrag mit Lichtbildern von Dr. Franz L. Pelgen am Donnerstag, 26. März 2009, 20.00 Uhr, in der Rheinfelshalle von St. Goar
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Diese spätgotischen Altartafeln kamen 1863 als Stiftung eines ehemaligen Findelkindes nach St. Goar und sollten verkauft werden, um den Bau der neugotischen katholischen Pfarrkirche mitzufinanzieren. Doch die geplante Veräußerung wurde durch die Diözese Trier untersagt.
Die Mitteltafel trug damals ein falsches-Dürer-Monogramm. Außer schriftlichen Mitteilungen aus dem 19. Jahrhundert, der Altar soll von Kaiser Maximilian I. bei Dürer für die Kirche in Neustadt an der Haardt in Auftrag gegeben worden sein, gibt es so gut wie keine Unterlagen über seine Herkunft. Von den Kunsthistorikern wurde der Altar bisher sträflich vernachlässigt.
In seinem Vortrag geht der Referent, der sich seit Jahrzehnten mit dem „Hausbuchmeister“, seinem Werk und seiner Werkstatt befasst hat und auf ein umfangreiches Bild-Archiv, u.a. eigene, bis ins Detail reichende Farb-Dias und dokumentarische Aufnahmen, zurückgreifen kann, auf die angebliche frühere Aufstellung des Altars in Neustadt ein, auf die Berichte, wie er nach St. Goar kam, auf seine Einbeziehung in einen größeren, neugotischen Altar-Zusammenhang, auf die künstlerische Einordnung des Altars in das Werk des „Hausbuchmeisters“ und seiner Werkstatt, auf die Identifizierungs-Versuche des „Hausbuchmeisters“ und auf die Einbeziehung der modernen technischen Hilfswissenschaften zur Klärung der anstehenden Fragen und Vorbereitung einer angebrachten Restaurierung.
Eines steht auf jeden Fall fest: der wohl kurz vor 1500 entstandene Altar in St. Goar stammt aus der Werkstatt des „Hausbuchmeisters“. Und der gilt unbestritten als der wohl bedeutendste Maler, Kupferstecher und Zeichner zwischen Martin Schongauer einerseits und Albrecht Dürer und Matthias Grünewald andererseits.
Der Eintritt ist frei.







