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19. Januar 2009

SWR 4 berichtet über die historische Lederindustrie von St. Goar

Der SWR 4 berichtet in seiner Hörfunksendung „Wünsch Dir was“ am Sonntag, dem 25.01.2009, in der Sendestunde von 16.05 bis 17 Uhr über das Schwerpunktthema: Die historische Lederindustrie von St. Goar.
In St. Goar gab es einst eine florierende Lederindustrie. Im 19. Jahrhundert waren im Gründelbachtal 12 Mühlen verzeichnet, darunter Getreide-, Öl, aber auch Lohmühlen, die für die Lederverarbeitung arbeiteten. Bis zum Ende des Jahrhunderts und dem Aufkommen der Schnellgerbung mit Chromgerbstoffen war die Lederfertigung neben Fischfang, Wein- und Obstanbau oder den Lotsen einer der wichtigsten Erwerbszweige in St. Goar. SWR4-Reporter Andreas Krisam hat sich mit diesem beinahe vergessenen Kapitel der Stadtgeschichte beschäftigt.
Der Gerbprozess war aufwändig und langwierig. Das hat Stadtarchivar Franz-Josef Schwarz in vielen Quellen nachgelesen. Die rohen Tierhäute legte man in mannshohe, so genannte Schwitzkästen und gerbte sie mit der Lohe. Anschließend legte man die jetzt blanken Häute in eine Grube, streute die gemahlene Eichenrinde darüber und wässerte sie. Die Stadtchronik berichtet, dass Färber und Gerber aus St. Goar Messen und Märkte mit dem Leder beschickten. Es war überall hochgeschätzt und beliebt. Insbesondere die Familie Napp wurde damit so reich, dass sie ein Gebäude nach dem anderen kaufte. Noch heute erinnern die Häuser und die Viktor-Napp-Gasse an die Lederepoche. Praktischerweise wuchsen am Mittelrhein genau die richtigen Bäume für den Gerbprozess. Jürgen Gödert zeigt noch heute seinen Wandergruppen gerne diese typischen Wälder. Anfang des 20. Jahrhunderts war es mit dem Ledergeschäft dann schlagartig vorbei.
Die Mitglieder des Seniorentreffs „St. Goarer Geschichte(n)“, Dorothea Krick, Hans Meyer, Karl Jäger und Walter Mallmann berichten Spannendes über ihre Heimatstadt und ihre historische Lederindustrie. Dieter Vetter bringt ein eigens komponiertes Lied zu Gehör.