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20. Dezember 2008

Der St. Goarer Stadtrat probierte den St. Goarer Wein

Reinhard Franz (im Bild rechts), amtierender Präsident des Weinkonvents zum Hl. Goar führte mit großer Sachkunde über den vinologischen Weg durch die Lagen rund um die Burg Rheinfels.

Das ließ sich der St. Goarer Stadtrat nicht nehmen: Im dritten Teil der jüngsten Stadtratssitzung kosteten die Mitglieder des kommunalen Parlaments auf Einladung von Stadtbürgermeister Walter Mallmann die köstlichen Erzeugnisse des wieder erwachten St. Goarer Weinanbaus.

Zu deren Präsentation hatte sich Reinhard Franz, amtierender Präsident des Weinkonvents zum Hl. Goar bereit erklärt, der mit großer Sachkunde brillant über den vinologischen Weg durch die Lagen rund um die Burg Rheinfels führte. Dazu legte er eine professionell gestaltete Weinkarte mit einem Bewertungsbogen vor, um den besonderen Geschmack der Stadtoberen zu erfahren.

Die St. Goarer Ratsmitglieder waren sich einig, dass sich die St. Goarer Weine inzwischen wieder gut in die feinen mittelrheinischen Kredenzen einreihen

Franz stimmte sein Publikum mit einem Secco trocken vom im St. Goarer Gründelbachtal gelegenen Weingut Philipps Mühle in einen harmonischen Abend ein. In Rot startete er mit einem trockenen Dornfelder, der – so wie die folgenden Proben – in der Lage St. Goarer Burg Rheinfels gewachsen ist und vom Weingut Goswin Lambrich aus Oberwesel-Dellhofen ausgebaut wurde. Ob es an der Farbe des Weins lag, weil er besonders bei den Mitgliedern einer Fraktion sehr hoch bewertet wurde, war am Ende des Tages nicht mehr zu erfahren.

Ein trockener Riesling aus der Philipps Mühle, in der die beiden hoffnungsvollen Nachwuchswinzer Thomas und Martin Philipps ein Erfolg versprechendes Weingut aufbauen, führte in die weißen Weine ein. Es folgte ein halbtrockener Riesling Hochgewächs, der vom Damscheider Weingut Peter Schneider aus den Trauben der Gründelbacher Weinberge ausgebaut wurde. Stadtbürgermeister Walter Mallmann fand lobende Worte für die beiden „auswärtigen“ Weingüter Lambrich und Schneider, die sich vor Jahren, als der St. Goarer Weinanbau fast nicht mehr existierte, dort für einen Neubeginn überzeugen ließen.

Als nächste Probe kredenzte Reinhard Franz einen feinherben Riesling Kabinett vom St. Goarer Winzer Jürgen Wiegand, der es mit seinen Weinen inzwischen ebenfalls zu einer sehr guten Qualität gebracht hat, wie es die hohe Bewertung durch die sachkundige Jury zeigte. Nach der Verkostung des in der Probe folgenden stadteigenen Vinum Sancti Goaris stand mit ihm aber der Tagessieger fest. Dieser Wein ist der ganze Stolz der St. Goarer Stadtmütter und -väter.

Die Ratsmitglieder waren sich einig, dass sich die St. Goarer Weine inzwischen wieder gut in die feinen mittelrheinischen Kredenzen einreihen, ohne allerdings bereits die Spitzenweine der Bopparder, Oberweseler und Bacharacher Lagen erreicht zu haben. Dass aber die hohe nachbarschaftliche Qualität nicht mehr unerreicht bleiben muss, das möchte das St. Goarer Kommunalparlament in geeigneter Weise (regel)mäßig und nachhaltig unterstützen.

Stadtbürgermeister Walter Mallmann bedankte sich bei Konventspräsident Reinhard Franz für die perfekt gestaltete Weinprobe mit einer Beerenauslese St. Goarer Burg Rheinfels.