St. Goar >Aktuelles >> 2008

12. November 2008

St. Goarer Senioren erinnern sich ihrer Schulzeit


Beim Thema „St. Goarer Schulgeschichte(n) in den Kriegs- und Nachkriegsjahren”, das beim jüngsten Treffen der Senioren in der Rheinfelsstadt als Thema angeboten war, wurden bei den Teilnehmern viele Erinnerungen an ihre Schul- und Jugendzeit wach. Stadtbürgermeister Walter Mallmann führte in einem Kurzvortrag in das Thema ein, wobei er sich den fast lückenlos vorhandenen chronologischen Aufzeichnungen des früheren St. Goarer Lehrpersonals bedienen konnte.

Sehr kurzweilig erzählten die heutigen Senioren aus ihrer Erinnerung über das damalige Geschehen. Oftmals mussten sie beim Sportunterricht wegen feindlicher Fliegerangriffe rasch den Sportplatz verlassen und im Schulkeller Schutz suchen. Einige waren Augenzeugen beim Absturz eines abgeschossenen Flugzeugs und sie wussten präzise zu berichten, wie und wann dessen Besatzung mit dem Fallschirm in den der Schule gegenüber liegenden Weinbergen auf der anderen Rheinseite nieder ging. Der stunden- und manchmal tageweise Unterrichtsausfall der damaligen Zeit wurde besprochen und dass zum Ende des Krieges gar kein Unterricht mehr stattfand.

In der kargen Nachkriegszeit war die mangelnde Ernährung ein wichtiges Thema in der Schule. Der Gesundheitszustand von den meisten Kindern war nicht der Beste. Es waren offenbar Freudentage für sie, wenn in der Schule für sie gekocht wurde und Lebensmittelspenden aus Amerika die Not linderte. Erfinderisch machte die damalige Not ganz offenbar die Eltern in der Besorgung der Bekleidung für die Kinder. Da wurde aus jedem Meter Stoff noch etwas geschneidert und die Zeitzeugin Dorothea Krick zeigte eindrucksvoll, wie aus etwas Papier und einem kleinen Lappen Textil Pantoffel gezaubert wurden.

Bei der Präsentation der sich im ständigen Wachsen befindlichen Bildersammlung, die neben den obligatorischen Klassenfotos auch solche von Schulausflügen zeigte, wurden Erinnerung an Mitschüler wach, die längst nicht mehr in St. Goar wohnen und auch die Erlebnisse bei Ausflügen, bei denen das Niederwalddenkmal und die Ehrbachklamm offenbar beliebte Ziele waren, kamen wieder deutlich ins Gedächtnis.

Nun geht es den Senioren darum alle, auf den Schulfotos abgelichteten Personen – und das sind einige Hundert – zu identifizieren, weil das in einigen Jahren nur noch schwer möglich sein wird.