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20. Februar 2007

St. Goar möchte seinen Denkmalreichtum erhalten

Als nächstes Projekt der in St. Goar seit Jahren kontinuierlich vorgenommenen Denkmalpflege steht jetzt die Restaurierung des im Volksmund so genannten „Eiserturms“ auf dem Programm. Der Stadtrat hat die Maßnahme beschlossen und in der Hoffnung auf eine entsprechende Landesförderung in den diesjährigen Etat aufgenommen. Die Arbeiten sind auf 100.000 Euro veranschlagt.

Der Turm ist einer von zehn Türmen der Befestigung, von der die Stadt bis zum 18. Jahrhundert umschlossen wurde. Südlich des Einschnitts des Lohbachtals sind in einem oberhalb der Bahntrasse gelegenen Mauerabschnitt vier Türme integriert. Der „Eiserturm“ – die Denkmalpfleger nennen ihn „Wehrturm“ – soll jetzt in Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege als erster restauriert werden.

Damit keine Zeit unnötig versäumt wird, wurde in diesen Tagen rechtzeitig vor der ab 1. März beginnenden Schutzfrist das Vorgelände zum Turm vorsorglich frei gelegt, wobei diese Arbeiten nach Auskunft von Stadtbürgermeister Walter Mallmann den Stadtsäckel nicht belasten. In diesem Zusammenhang bedankte er sich beim Forstrevierleiter Hubertus Jacoby, der diese Maßnahme auch ohne Belastung des städtischen Forstetats ermöglichte.

Zum Turm schreibt Peter Knab in seinem im Jahr 1925 erschienen St. Goarer Heimatbuch: „Auf der südlichen Seite der Lohbachschlucht thronen, teilweise in sie hinein gebaut, die festen Bruchsteinreste eines starken Blockhauses, das die Biebernheimer ,Glockhaus’ nennen.“ Der verstorbene St. Goarer Dechant Karlwerner Eiser hatte sich vor Jahren den Turm als Domizil ausbauen wollen, nahm aber später Abstand von seinem Plan.

Da der Turm und die in späteren Jahren zur Restaurierung anstehende südliche Escarpierung mit drei weiteren Türmen nur über eine lang gezogene Treppe erreichbar und eine Anlieferung von Baumaterial über die Fahrleitung der Bahn nicht möglich ist, wird die Installation einer Monorakbahn erwogen, mit der bei den Arbeiten im Schlossberg gute Erfahrungen gemacht wurden.

Walter Mallmann: „Wenn es uns Jahr für Jahr gelingt, stets einen Teil der historischen St. Goarer Stadtbefestigung zu restaurieren, dann kann der einmalige Denkmalreichtum unserer Stadt auf Dauer erhalten werden.“