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13. Februar 2007

Senioren recherchieren St. Goarer Weingeschichte

Mittagspause bei der Weinlese - Historisches Foto aus dem Archiv von St. Goar-Werlau

Wenn in den kommenden Tagen in den hintersten Winkeln von St. Goarer Kellern nach verstaubten Weinflaschen und deren Etiketten gesucht wird, dann hat das ganz bestimmt mit dem jüngsten Treffen des Seniorenkreises „St. Goarer Geschichte(n)“ zu tun, der sich jetzt akribisch mit der Historie des Weinbaus und des Weinhandels in seiner Stadt beschäftigt.

Doch ehe Stadtbürgermeister Walter Mallmann mit den ersten Ergebnissen der begonnen Recherchen aufwarten konnte, eröffnete Gertrud Mohr als Clown verkleidet mit einem gekonnten Fastnachtsvortrag das Treffen und Marika Beuter glossierte die Aktivitäten der St. Goarer Heimatforscher in karnevalistisch- pointierten Versen, die von Doris Krick an der Zither musikalisch umrahmt wurden.

Aber auch die Zeitzeugenberichte kamen nicht zu kurz. Anneliese Lang-Beck steuerte eine kleine Sammlung antiquarischer Weinetiketten und eine über siebzig Jahre alte Preisliste eines früheren St. Goarer Weinhauses bei. Jürgen Hein stellte verstaubte Flaschen mit den Etiketten des „St. Goarer Kuhstall“ und Franz-Josef Schwarz das Kellerbuch seiner Ahnen aus dem Jahr 1911 in Kopie zur Verfügung. Dieter Roth reichert die bereits vorhandenen Archivalien mit Unterlagen über die Wingerte im früheren Ortsteil „Zu Garten“ – heute „An der Loreley“ – an.

Wilmut Wagner ergänzte die Sammlung mit hoch interessanten Exponaten der ehemaligen Werlauer Winzergenossenschaft. In noch vorhandenen und fast fünf Jahrzehnte alten Zeitungsberichten ist über den 1959er Werlauer Ameisenberg nachzulesen, der dort preisgekrönt als „Fürst unter den Weinen“ bezeichnet wurde. Aber auch der „Obert“, der „Frohwingert“ und der „Hasenflötz“ aus der Werlauer Gemarkung hatten damals ihre Liebhaber.

Wenn sich auch nur noch die Biebernheimer Senioren an den dortigen Weinbau erinnern, so zeigen alte Flurkarten, dass es „Auf dem Wolfsberg“ und „Ober der Bank“ in alter Zeit einmal einen regen Weinbau gab, dessen Erzeugnissen nicht nur auf der „Quetschekerb“ gut zugesprochen wurde.

Auf Wendelin Hoffmann, Präsident des Weinkonvent zum Hl. Goar, der sich als Schriftführer zu diesem Thema gerne zur Verfügung stellt, kommt eine Menge Arbeit zu, wenn er die bereits avisierten Zeitzeugenberichte und Anekdoten zu Papier bringt. Bis zum Jahresende möchte Stadtbürgermeister Walter Mallmann das Kapitel „St. Goarer Weingeschichte“ abschließen, da von den hoch motivierten Hobbyforschern stets weitere Themen vorgeschlagen werden.