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11. November 2005

Die St.Goarer Eisenbahngeschichte wird aufgearbeitet

Unser Bild aus dem St. Goarer Stadtarchiv zeigt das Stationsgebäude um das Jahr 1900 mit dem Stationsvorsteher August Jungen, dessen Familie und dem gesamten Bahnhofspersonal.


Den linksrheinischen Eisenbahnbau in der Mitte des 19. Jahrhunderts im Bereich der Stadt St. Goar hatte sich der Seniorenkreis „St. Goarer Geschichte(n)“ anlässlich seiner jüngsten Zusammenkunft vorgenommen. Stadtbürgermeister Walter Mallmann führte mit einem den alten St. Goarer Kreisblättern entnommenen Bericht über eine wenig pietätvolle Nacht und Nebel-Aktion der damaligen Bahnbauer in das Thema ein. Die Eisenbahngesellschaft hatte die Vorgabe, dass zwischen der Bahntrasse und der katholischen Pfarrkirche eine bestimmte Entfernung einzuhalten sei. Ansonsten war eine erhebliche Entschädigung zu zahlen. Allerdings reichte der heutige städtische Friedhof damals bis unmittelbar an die katholische Kirche heran.

Die Totenruhe durfte nicht gestört werden und den Angehörigen der Verstorbenen war daran gelegen, dass sich die Bahnbauer auch daran hielten. Das für Letztere leidige Problem wurde mit einer heute nicht vorstellbaren Aktion gelöst, in dem in einer Nacht durch einen zuvor nicht angekündigten Großeinsatz zahlreicher Arbeiter bei Fackelschein die Gräber ausgehoben und beseitigt wurden. Im Morgengrauen war dann der vorgeschriebene notwendige Abstand zwischen der Kirche und der Bahntrasse hergestellt.

Inzwischen sammeln die aktiven Heimatforscher historische Fotos und Dokumente über die St. Goarer Eisenbahngeschichte, um das inzwischen eineinhalb Jahrhundert währende Geschehen in Wort und Bild festzuhalten. Das nächste Seniorentreffen findet am 13. Dezember 2005, 15.00 Uhr, im St. Goarer Rathaus statt.