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10. Oktober 2006

Karl May schrieb über das Gründelbachal

Im Mittelpunkt des jüngsten Treffens der St. Goarer Senioren stand die von Karl May (1842-1912) in einem seiner Bände geschriebene Liebesgeschichte von Anna und Franz. Die Story handelt weder vom Wilden Westen noch vom wilden Kurdistan, wie man es bei dem Erfinder von Winnetou und Kara Ben Nemsi glauben könnte, sondern von zwei Mühlenkindern aus dem idyllisch gelegenen St. Goarer Gründelbachtal.

Im Rahmen seiner umfänglichen Recherchen über die Geschichte der Mühlen im Gründelbachtal war Stadtbürgermeister Walter Mallmann auf den Band Nr. 47 des sächsischen Schriftstellers und die darin erzählte Geschichte von der Kriegskasse gestoßen, die sich in der französischen Zeit um das Jahr 1800 auf der linken Rheinseite abgespielt haben soll. Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Franz, der Sohn des Gründelbacher Obermüllers und Anna, die Tochter des Untermüllers aus dem gleichen Tal, die gerne heiraten möchten.

Dagegen stand aber das Wort des Brautvaters, der seine Tochter einem französischen Zolloffizier versprochen hatte, der mit seinen Beamten den Schmuggel der Einheimischen über den die Landesgrenze bildenden Rhein verhindern sollte. Am Ende wird in Karl Mays Romanze für die beiden Liebenden alles gut. Der französische Offizier flüchtet mit seinen Leuten vor den Truppen des Marschalls Blücher und in den Gründelbacher Mühlen wird eine glückliche Hochzeit gefeiert.

Inzwischen hat die Stadt St. Goar am Eingang des Themenpfades „Mühlenweg“ eine Gedenktafel zu Ehren des sächsischen Schriftstellers Karl May angebracht.