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28. November 2010

Geozellen: Pilotprojekt im St. Goarer Rheinvorland

Mit dem Einbau von so genannten Geozellen in die Uferbefestigung der künftigen Rheinpromenade zwischen dem Rheinfelshafen und der Panzerrampe in St. Goar feierte eine neue und innovative Technik ihre Premiere an einem Flussufer in Deutschland.

Mit dem Einbau von so genannten Geozellen in die Uferbefestigung der künftigen Rheinpromenade zwischen dem Rheinfelshafen und der Panzerrampe in St. Goar feierte eine neue und innovative Technik ihre Premiere an einem Flussufer in Deutschland. Auf Vorschlag des Ingenieurbüros Stadt-Land-plus aus Boppard wurde dieses Verfahren für eine befestigte und begrünte Uferzone statt des Versiegelns von kostbaren Grünflächen eingesetzt.
Geozellen sind einzelne, dreidimensionale Kunststoffzellen, die durch unterschiedliche Produktionsprozesse miteinander verbunden werden und so ein zusammenhängendes Netz einzelner Zellen bilden. Das so hergestellte, wabenförmige Zellensystem wurde am Einsatzort in St. Goar aufgespannt, fixiert und anschließend mit dem Füllmaterial verfüllt. Die Vegetation kann innerhalb des Geozellensystems verwurzeln und sich so vor den Strömungen schützen.

Geozellen sind einzelne, dreidimensionale Kunststoffzellen, die durch unterschiedliche Produktionsprozesse miteinander verbunden werden und so ein zusammenhängendes Netz einzelner Zellen bilden.

Im Rahmen eines Forschungs- auftrages der US-Army wurden Ende der 1970er Jahre die Geozellen von dem Amerikaner Gary Bach erfunden. Zwanzig Jahre später wurden sie auch für den öffentlichen Markt freigegeben. In Deutschland hat die Firma SOILTEC GmbH aus Achim die Anwendungsgebiete in den letzten Jahren kontinuierlich erweitert.
„Einen Bauträger und ein Ingenieurbüro zu finden, welche einmal ganz neue Wege gehen, ist nicht leicht. Das Projekt in St. Goar wird Pilotcharakter für ganz Deutschland haben“, erklärte Kai Tietjen, Geschäftsführer der SOILTEC GmbH. Sein Unternehmen wurde bereits im Jahr 2007 von der Bundesregierung im Rahmen des Wettbewerbes „Deutschland – Land der Ideen“ für die Forschung mit Geozellen im Bereich des Verkehrswegebaus ausgezeichnet.
Stadtbürgermeister Walter Mallmann betonte: „Die neue Uferpromenade muss die regelmäßigen Überflutungen und die einhergehenden Strömungen des Flusses schadlos überstehen.“