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27. November 2009

Großartige Theaterinszenierung der Werlauer Laienschauspieler

Graf Lobster gibt sich die Ehre und das Publikum tobte vor Lachen – Vier Vorstellungen vor ausverkauftem Haus

Die Theatergruppe der Werlauer Heimatfreunde spielte viermal vor ausverkauftem Haus die Komödie „Graf Lobster gibt sich die Ehre.


Lachen ist gesund. Ganz im Sinne dieser Redewendung präsentierte die Werlauer Laienspielgruppe der Heimatfreunde Werlau e. V. die turbulente Komödie „Graf Lobster gibt sich die Ehre“ von Wilfried Reinehr.

Reger Szenenapplaus, laute Lacher und lang anhaltende Beifallsstürme zum Schluss – derart begeistert zeigten sich die Zuschauer bei der neuesten Inszenierung des Werlauer Theaterensembles im jeweils bis auf den letzten Platz gefüllten Evangelischen Gemeindehaus.

Wie im vergangenen so auch in diesem Jahr hatte die Theatergruppe „nach dem Motto ‚Die Leit wolle wat zu lache hon’ zu einem turbulenten Lustspiel eingeladen“, so Regisseur Herbert Merten in seiner kurzen Begrüßungsansprache. Mit der Auswahl dieser Komödie hatte der Regisseur „voll ins Schwarze getroffen“. Den Zuschauern aus nah und fern wurde „leichte Theaterkost serviert als Medizin für das allgemeine Wohlbefinden insbesondere zur Stärkung der Lachmuskulatur“. In dem Stück ging ums Geld und darum, wer wen heiraten soll.

Professor Würmeling (links): „Bevor Sie sterben, zahlen Sie mir diese Rechnung noch.“ Konstantin Kirschkern (Mitte): „ Bevor ich sterbe, werde ich einen Dreck tun, Sie Gurkenhobel.“ Im Bild rechts: Tochter Mirabell.

Alle Darsteller drückten eine enorme Spielfreude aus, so dass der Funke in jeder Aufführung auf das Publikum übersprang. Man merkte förmlich, wie es den Schauspielern Spaß machte, mit diesem Theaterstück die Zuschauer zu begeistern.

Was dieser scheinbar total vertrottelte, kindsköpfige Graf anstellt, um den Bevormundungen seiner Mutter zu entgehen und die Tochter des Marmeladenfabrikanten Kirschkern nicht heiraten zu müssen, das ist schier unglaublich.

Schon beim Öffnen des Vorhangs gibt es Applaus für das gelungene Bühnenbild. Dann legt Konstantin Kirschkern (Dieter Langenbach) mit seinem cholerischen Temperament los, um Kinder und Dienstboten auf Vordermann zu bringen. Selbst die Gouvernante (Julia Maron) kann den Haustyrannen nicht beruhigen, erst als eine seiner vielen eingebildeten Krankheiten sich bemerkbar macht, wendet sich das Blatt. Hausarzt Professor Würmling (Günther Theisges) reibt sich unterdessen die Hände ob des guten Verdienstes im Hause Kirschkern. Die tragische Liebesgeschichte am Rande zwischen der Hausperle Verona (Nicole Scherer) und dem Gärtner Friedrich (Helmut Börsch) – gegen seinen Willen zum Butler befördert – findet unterdessen kein Happy End.

Kirschkerns Kinder machen dem Vater schwer zu schaffen. Kiwi (Monika Lenz), „ein echter Lausbub“, ärgert nicht nur die Hausbewohner, sondern auch die erlauchten Gäste. Delicie (Eva Maria Goedert), die Zweitälteste schwärmt hingegen hingebungsvoll für den vertrottelten Grafen und die Älteste, Mirabell (Mareike Hubrath), weigert sich partout den Grafen zu ehelichen, den übrigens niemand im Hause je gesehen hatte.

Die Gräfin Hermine Lobster ist wieder einmal damit beschäftigt, ihren kindischen 30jährigen Sohn Karl-Kuno zu disziplinieren.

Rasendes Gelächter und Auftrittsapplaus gibt es, als die gräflichen Herrschaften im Hause erscheinen. Die Gräfin (Silke Merten), die mit Fremdwörtern arg auf Kriegsfuß steht, ist überwiegend damit beschäftigt, ihren kindischen 30jährigen Sohn zu disziplinieren. Während Graf Lobster (Thomas Böhm) bestrebt ist, so blöd wie nur möglich zu scheinen. Sein Spiel, seine Mimik und seine Gestik reißen immer wieder zu Lachstürmen hin.

Kirschkerns Exfrau (Roswitha Emrich) taucht plötzlich auf. Als der „Goldene Apfel“, eine wertvolle Trophäe, auf die Kirschkern mächtig stolz ist, verschwindet, steigert sich das Spiel zu einem weiteren Höhepunkt. Die smarte Polizistin (Christina Jakobi) versucht herauszubekommen, wer den wertvollen Apfel gestohlen hat. Graf Lobster und sie geben sich als Verlobte zu erkennen.

Die größte Überraschung für alle aber ist, dass der scheinbar geistig minderbemittelte Graf Lobster überhaupt kein Idiot ist. Er hat sich all die Jahre verstellt, um sich den Drangsalierungen seiner Mutter zu entziehen. Und dann kommt auch noch der Verlobte von Mirabell …

Gräfin Lobsters Pläne sind geplatzt und sie will ihren Sohn entmündigen. Konstantin Kirschkern ist mit seinen Nerven am „Ende“.

Das war eine amüsante, gelungene und gekonnt inszenierte Theateraufführung! Darüber waren sich alle einig, die eine der vier ausverkauften Vorstellungen besucht hatten. Die Laienschauspieler gaben ihr Bestes und spielten ihre Rollen sehr gekonnt. Das Publikum quittierte die schauspielerischen Leistungen des Ensembles mit einem lang anhaltenden Schlussapplaus.

Text/Fotos: Klaus Brademann

Die weiteren Verantwortlichen

Souffleuse: Manuela Bleith, Bühnenbild: Herbert Merten, Günther Theisges, Wolfgang Scherer, Lothar Schäfer, Ton und Musik: Sven Spriestersbach.