21. Mai 2009
Der Weinkonvent probierte die Köstlichkeiten des Piemont
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Gruppenbild im Weingut Tenute Cisa Asinari dei Marchesi di Gresy |
Das Piemont sei die beste Weinregion Italiens, wo auf rund 100. 000 Hektar Rebfläche über vier Millionen Hektoliter Wein erzeugt würden, und dass dort insgesamt etwa 26.000 Winzer und Kellereien edelste Tropfen kelterten und im Angebot führten. Das hatte Präsident Reinhard Franz vom Weinkonvent zum Hl. Goar in einem schlauen Buch gelesen und daher wollte er mit seinen Weinschwestern und Weinbrüdern mehr darüber erfahren, sodass die diesjährigen Weinreise vom Konvent des St. Goarer Stadtheiligen in die norditalienische Region führte.
Die vinologische „Tour de Piemont“ begann im kleinen Weingut Cascina Orsolina in Moncalvo, wo der Barbera d’Alba, dessen rubinrote Farbe beim jungen Wein intensiv ist und nach der Lagerung ins Granatrot tendiert und der von einem trockenen, körperreichen, leicht tannischen Geschmack mit ausgeprägter Säure begleitet wird, begeisterte. Höchstes Lob erhielt das idyllisch gelegene Gut mit angeschlossenem Gästehaus von Weinbaupräsident Gerhard Lambrich ob seines liebevoll gestalteten Ambientes.
Wie aus dem Bilderbuch präsentierte sich die nächste Station auf der erlebnisreichen Weintour, das Herzstück der Tenute Cisa Asinari dei Marchesi di Gresy, La Martinenga. Unterhalb der beiden wohl bekanntesten Lagen von Barbaresco, Asili und Rabajà, liegt der Gutshof, eingebettet in die Lage Martinenga. Diese Lage umfasst insgesamt elf Hektar in einem Stück und befindet sich zur Gänze im Besitz der Tenuta. Alberto Cisa Asinari di Gresy, so erklärte die bildhübsche und sachkundige Mitarbeiterin des Hauses, habe als Erster das Potenzial von Martinenga erkannt.
Der Barbaresco, dem die inzwischen bereits dem piemontesischen Wein sehr zugewandten Weintouristen zusprachen, wird zu 100 Prozent sortenrein aus der Nebbiolo gekeltert. Er ist seinem berühmteren Bruder Barolo sehr ähnlich. Durch die klimatisch bedingte frühere Traubenreife ist er gegenüber dem Barolo aber etwas milder, weniger robust und alkoholreich und hat dadurch auch eine kürzere Lebensdauer.
Der als König der Weine bezeichnete Barolo war bereits in der Antike berühmt. Seinen Ruhm verbreitete jedoch Italiens erster Ministerpräsident Camillo Benso Graf von Cavour, der nach seinem Erwerb des Schlosses von Grinzane zweihunderttausend Weinstöcke anpflanzte, die er der Obhut eines berühmten französischen Önologen anvertraute. Heute wird der Barolo von Kennern als der Beste der piemontesischen Rotweine angesehen oder zumindest als ein Wein in den ersten Reihen der Weinaristokratie. Davon konnten sich die mittelrheinischen Weinfreunde in der Cantina del Conte in Grinzane Cavour, einem kleinen, aber pikfeinen Weingut ausgiebig überzeugen.
Den Abschluss der in sehr unterschiedlichen Gütern mit unterschiedlichem Wein – aber alle gut, wie es der Alt-Konventspräsident Wendelin Hoffmann auf den Punkt brachte – fand im über einhundert Hektar großen Landgut Fontanafredda statt. Hier werden nur Trauben von kontrollierter Herkunft verarbeitet, sowohl aus den siebzig Hektar großen betriebseigenen Weinbergen als auch von den vierhundert Winzern der Region, die ihre Trauben anliefern. Dieses Verhältnis beruhe auf einer seit Generationen bestehenden Vertrauensbasis.
Dass aber auch eine hohe Kochkunst im Piemont allgemein verbreitet ist, das konnten die mittelrheinischen Genießer im Spezialitätenrestaurant „Pane E Vino“ in Cherasco feststellen: Die weltberühmten Gerichte wie feinste Ravioli oder Gnocchi sind piemontesische Gerichte und die Weißen Trüffel – die berühmtesten stammen aus Alba – mit ihrem unbeschreiblichen, betörenden Duft erheben selbst einfache Speisen zu göttlichem Genuss. Bei dieser Gelegenheit wagten sich die beiden Alt-Konventspräsidenten Walter Mallmann und Wolfgang Krammes unter fachkundiger Leitung des Weinbaupräsidenten Gerhard Lambrich an besondere Weinjahrgänge, wohl wissend, dass diese nicht im Reisepreis enthalten waren.
Mit einem ausgedehnten Besuch in der Olympia- und Fiatstadt Turin endete eine an Eindrücken reichhaltige Weinreise, die von Wolfgang Volk (Spay) sorgfältig vorbereitete und von der einheimischen Reiseleiterin Antonella Caruso mit einem außergewöhnlichen Sachwissen geleitet wurde.







