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Die Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs „Modellstadt St. Goar“ wurden ausgezeichnet



Zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur freuten sich über die Ergebnisse des im Welterbetal bislang einzigartigen Wettbewerbs.

„Für unsere Stadt ist heute ein historischer Tag!“ Mit diesen Worten eröffnete Stadtbürgermeister Walter Mallmann die Ausstellung zum Wettbewerb „Modellstadt St. Goar“ in der Rheinfelshalle. An diesem Wettbewerb hatten sich zahlreiche Architekten, Landschafts- und Stadtplaner beteiligt, um die optimale Lösung für eine ganzheitliche Gestaltung der unterschiedlichsten Bau-, Umbau- und Neugestaltungsvorhaben zu Füßen der Burg Rheinfels zu entwerfen.



Das Bonner Büro „RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten“ siegte

Gewonnen hat das Büro „RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten“ aus Bonn. Stadtbürgermeister Walter Mallmann (Bildmitte) gratuliert Stephan Lenzen (Bild rechts)
zum Erfolg.

Während die Sieger des Wettbewerbs ihre Auszeichnung entgegen nahmen, zeigten sich die zahlreichen Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur während der kleinen Feierstunde zur Ausstellungs- eröffnung höchst angetan von den Ergebnissen des im Welterbetal bislang einzig- artigen Wettbewerbs.

Gewonnen hat das Büro „RMP Stephan Lenzen Landschafts- architekten“ aus Bonn, das nicht nur die Siegesprämie in Höhe von 39.000 Euro erhält, sondern auch beste Chancen hat, die in Kürze beginnende Neugestaltung großer städ- tischer Bereiche einbezogen zu werden.

Die St. Goarer Bürger selbst haben am Samstag, dem 9. Mai 2009, ab 14.00 Uhr und in den Werktagen danach in der Zeit von 10.00 bis 16.00 Uhr Gelegenheit, sich mit den Vorschlägen der prämierten Büros vertraut zu machen. Mallmann sprach von der „großen Ehre und der großen Verpflichtung“, deren sich die St. Goarer bewusst seien, und verwies zugleich auf die Begeisterung und Leidenschaft, gepaart mit der nötigen Sorgfalt, mit denen die Stadt und ihre Bürger dieses „neues Kapitel der Stadtgeschichte“ aufschlagen werden.

Staatssekretär Dr. Rüdiger Messal sicherte weitere Unterstützung zu

Festredner Dr. Rüdiger Messal, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Finanzministerium

Der Festredner Dr. Rüdiger Messal, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Finanzministerium, hob die große Bedeutung des Wettbewerbs für das Welterbetal hervor. Der Wettbewerb sei ein gutes Beispiel für einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem neben der Stadt auch der Landesbetrieb Mobilität, das Wasser- und Schifffahrtsamt, die SGD Nord und viele weitere Akteure beteiligt waren, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Wichtig war es dem Staatssekretär klarzustellen, dass nicht für die Schublade gearbeitet wurde: „Wir wollen, dass die Modellstadt St. Goar realisiert wird und dass dies auch beispielgebend wirkt!“ Messal sicherte der Stadt zugleich die weitere Unterstützung des Landes zu, ein Wort, an das ihn Mallmann vielleicht noch einmal erinnern wird.



Präsidentin Dagmar Barzen überreichte einen Spaten

Präsidentin Dagmar Barzen überreichte Stadtbürgermeister Walter Mallmann
einen Spaten

„St. Goar rüstet sich für die Zukunft!“ Mit diesen Worten gratulierte die Präsidentin der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Dagmar Barzen, den bei dem Wettbewerb ausgezeichneten Architekten- und Stadtplanungsteams. Ihre Gratulation galt aber auch den Bürgern, dem Rat und dem Bürgermeister der Stadt St. Goar, die durch den Wettbewerb gezeigt hätten, dass sie „in außergewöhnlicher Geschlossenheit und Entschlossenheit das Ziel verfolgen, dass diese historisch so bedeutsame Stadt auch in Zukunft eine attraktive Wohn- und Arbeitsstätte sowie ein touristischer Magnet im Mittelrheintal bleiben wird.“

Ausgerichtet wurde der Wettbewerb, der umfangreiche Bau-, Sanierungs- und Gestaltungsmaßnahmen in der Stadt erstmalig im ganzen Welterbetal in einem schlüssigen Gesamtkonzept vereinigt, durch die „Initiative Baukultur“. Diese ist ein Kooperationsprojekt des rheinland-pfälzischen Finanzministeriums, des Welterbe-Zweckverbandes, der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und der SGD-Nord. Deren Mitarbeiter übernahmen die Organisation und Koordination des Wettbewerbs, wofür ihnen Stadtbürgermeister Mallmann besonders herzlich dankte.

Der Wettbewerb, größtenteils finanziert durch das Finanzministerium, beinhaltet neben der Neugestaltung der B9 in der Ortsdurchfahrt von St. Goar, die Umgestaltung des Platzes zwischen Rheinfelshalle und Rathaus, sowie des Markt- und Hansenplatzes, des Rheinufergeländes und weiterer öffentlicher Räume. Er ist in eine Gesamtvision gegliedert, die den Bereich vom Rheinfelshafen bis zum Lotsenmuseum umfasst. Darin sind einzelne Realisierungsabschnitte eingebettet, also diejenigen Teile, die in absehbarer Zeit verwirklicht werden sollen, so der B9-Ausbau und die Neugestaltung des Rheinufers zwischen dem Hafen und der Panzerrampe.

Prof. Eva von Mackensen: „Alle Entwürfe sind von höchster Qualität.“

Prof. Eva von Mackensen bescheinigte allen Wettbewerbsteilnehmern ein außerordentlich hohes Qulitätsniveau

Die Aufgabenstellung für die Wettbewerbsteilnehmer war nicht einfach, wie die Vorsitzende der hochkarätig besetzten Jury, Frau Professorin Eva von Mackensen, nach weiteren Grußworten, so von Landrat Bertram Fleck und dem Hauptgeschäftsführer der rheinland-pfälzischen Architektenkammer, Dr. Michael Coridaß, betonte: „Die Schwierigkeit für die teilnehmenden Büros lag darin, dass die unterschiedlichsten Ansprüche beachtet werden mussten: der Verkehr der B9, die Hochwassersituation, der Denkmalschutz, die landschaftlichen Aspekte und schließlich auch die Barrierefreiheit.“

Deshalb war es nicht verwunderlich, dass letztlich nur noch 14 der ursprünglich mehr als 20 teilnehmenden Büros einen Entwurf abgegeben haben. Doch diese Entwürfe hatten allesamt ein außerordentlich hohes Qualitätsniveau. SGD-Präsidentin Barzen betonte die Modellhaftigkeit des jetzigen Wettbewerbs: „Wenn andere Kommunen im Mittelrheintal dem Beispiel der Modellstadt St. Goar folgen – und ich hoffe, das werden sie –, wird es sicher weitere Chancen für alle Wettbewerbsteilnehmer geben, ihr kreatives Potential einzubringen.“

Offizielle und Preisträger stellen sich zum gemeinsamen Gruppenfoto

Im kommenden Jahr soll mit den ersten Maßnahmen begonnen werden

Das Ergebnis der Jury, in der auch die für das Bauwesen zuständige SGD-Vizepräsidentin Monika Becker mitwirkte, war trotz des hohen Niveaus aller Beiträge letztlich bei allen drei Platzierungen eindeutig und einstimmig. Favorit für eine baldige Realisierung ist natürlich das Büro „RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten“ aus Bonn, das den ersten Platz erzielte. Dessen Entwurf, der – so die Begründung der Jury – „die vorhandenen städtebaulichen und landschaftlichen Qualitäten aufgreift und in einem stimmigen Gesamtkonzept qualitätsvoll weiterentwickelt“, könnte schon bald Realität werden.


Die beteiligten Behörden, so der Landesbetrieb Mobilität, der den B9-Ausbau durchführt, sitzen in den Startlöchern, um mit den Arbeiten zu beginnen. Präsidentin Barzen wünschte der Stadt St. Goar jedenfalls keine Atempause, sondern dass nach dem Wettbewerb zeitnah die Realisierung beginnt. Dazu hatte sie auch das passende Gastgeschenk mitgebracht: einen Spaten! „Angesichts der bevorstehenden Großbaustellen in Ihrer Stadt“, so Präsidentin zum Stadtbürgermeister gewandt, „ist es mir eine besondere Freude, Ihnen heute einen Spaten zu überreichen, damit Sie und Ihre Stadt nun auch symbolisch für jeden weiteren Schritt zur Umsetzung Ihrer Ziele gerüstet sind. Ich freue mich auf viele, gemeinsame Spatenstiche!“ Zugleich sicherte sie Mallmann zu, dass das Projekt „Modellstadt St. Goar“ auch weiterhin in ihrem Hause einen besonderen Stellenwert einnehmen wird. „Seien Sie sich unserer Unterstützung gewiss“, so die Präsidentin abschließend.

Dass die Stadt nicht nur landschaftliche und historische Reize zu bieten hat, bewiesen Jan Kokich (Viola) und Sarah Paynes (Geige), die mit hervorragenden musikalischen Beiträgen die Feierstunde umrahmten. Für den technischen Service, aber auch die kulinarische Betreuung der Gäste sorgte das bewährte Team der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei die neue Halle erneut unter Beweis stellte, welch sinnvolle Investition sie für die Stadt St. Goar ist.