03. April 2009
Neugestaltung des Platzes am Kriegerehrenmal vorgeschlagen
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Nachdem der Ankauf des Anwesens „An der Bach 12“ in St. Goar-Biebernheim durch die Stadt St. Goar „in trockene Tücher“ gebracht wurde (wir berichteten), wird Stadtbürgermeister Walter Mallmann im Rahmen der Erstellung des Dorferneuerungskonzepts den städtischen Gremien eine Neukonzeption des Platzes am Kriegerehrenmal vorschlagen.
Dieser Platz ist neben dem Dorfplatz ein ortsprägender Teil von St. Goar-Biebernheim. Bereits im Jahr 1915, dem zweiten Kriegsjahr des 1. Weltkrieges, regte der Kölner Geheime Baurat F.C. Heimann beim Rheinischen Verein für Denkmalpflege und Heimatschutz einen Wettbewerb für Krieger-, Grab- und Gedenkzeichen unter dem Motto „Vergiss der treuen Toten nicht“ an.
Die Gemeinden wurden bei der Wahl des Ortes für derartige Denkmäler von den jeweiligen Bauberatungsstellen der Landkreise unterstützt. Es sollte ein ruhiger, würdiger und genügend geschützter Ort gefunden werden. Als geeigneter Ort wurde beispielsweise der Platz an einer alten Dorflinde, auf dem Dorfplatz selbst oder am Aufgang zur Kirche angesehen. Obwohl die Errichtung von Kriegerdenkmälern im Heimatgebiet meistens erst nach Ende der französischen Besatzung ab dem Jahr 1930 erfolgte, begannen die Vorbereitungen in Biebernheim schon sehr viel früher. Als geeigneter Standort des Denkmals wurde die so genannte Dreispitz an der Pfalzfelder Straße gefunden.
In ihrer Ausgabe vom 24. September 1922 schreibt die Bopparder Zeitung: „Das geschmackvolle Denkmal ist nach dem Entwurf des Düsseldorfer Bildhauers Bauer von dem Hofsteinmetzmeister Winterhelt in Miltenberg am Main aus Muschelkalk hergestellt und füllt die so genannte Dreispitz an der Pfalzfelder Straße sehr glücklich mit seiner Anlage aus, in welche die dortige schöne Friedenseiche mit einbezogen ist.“ Die Kosten beliefen sich auf 102.000 Mark.
Am 24. September 1922 fand in Biebernheim die Einweihung des Ehrendenkmals für die 24 Gefallenen aus dem 1. Weltkrieg statt. Während vor und nach der Feier starker Regen fiel, so ist den alten Unterlagen zu entnehmen, lachte über der Festversammlung die Sonne, als sie in geordnetem Zuge von der Kirche her unter den Klängen von Trauermärschen sich um das Denkmal aufstellte. Nach einem von Fräulein Debus gesprochenen Prolog hielt Bürgermeister Hirsch die Weiherede, an welche sich die Enthüllung anschloss. Namens der Gemeinde Biebernheim übernahm hierauf Herr Vorsteher Mebus das Denkmal zu dauernder ehrenvoller Pflege.
Über viele Jahre erfolgte die Pflege der Anlage im Ehrenamt, die inzwischen altersbedingt nicht mehr möglich ist. Diese Arbeiten werden in Zukunft durch den städtischen Bauhof übernommen. Stadtbürgermeister Walter Mallmann bedankte sich bei den bisher ehrenamtlich tätigen Familien mit einem kleinen Geschenk.
Im Rahmen der Dorferneuerung möchte Mallmann auch einem lange gehegten Wunsch der katholischen Pfarrgemeinde St. Goar nachkommen und einen zur Kapelle Maria Regina fehlenden Gehweg entlang der Pfalzfelder Straße anlegen lassen. Die dazu notwendigen Grundstücksverhandlungen werden geführt.







