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15. Dezember 2008

Franz-Josef Schwarz führte virtuell durch die kath. Pfarrkirche

Unser Bild aus dem Archiv der Kath. Kirchengemeinde St. Goar zeigt das Kircheninnere

Dass ein Vortrag über das Innere einer Kirche nicht nur kurzweilig, sondern auch spannend sein kann, das bewies St. Goars Stadtarchivar Franz-Josef Schwarz beim jüngsten Seniorentreffen „St. Goarer Geschichte(n)“, als er im überfüllten Saal „Graf Diether“ in der Rheinfelshalle im Beisein von Pastor Manfred Weber und Stadtbürgermeister Walter Mallmann einen virtuellen Rundgang durch die katholische Pfarrkirche unternahm.

Nach einer kurzen lokal kirchengeschichtlichen Einführung zeigte Schwarz die Vielfalt der Kunstwerke, die sich in diesem Gotteshaus befinden. So ganz nebenbei erklärte er bei einzelnen sakralen Gegenständen, dass sie zwar schon einmal gestohlen wurden, aber wieder „zurückgekommen“ seien.

Spannend war die Geschichte der wertvollen Altarbilder, deren Hauptteil, das Triptichon, bereits vor etwa 120 Jahren der Pfarrgemeinde gestiftet wurde. Es wird der Hausbuchmeister-Schule (Zeit Dürerers) zugeschrieben und wird in das Ende des 15. Jahrhunderts datiert. Bei der Stifterin handelte es sich um Marianne Barbara Hillenbrand, die im Dezember 1806 als Findelkind auf den Stufen der katholischen Pfarrkirche ausgesetzt worden war. Dabei wurde eine schriftliche Nachricht hinterlassen, mit der Bitte, das Kind katholisch zu taufen. Dem wurde mit den Vornamen Marianne Barbara und dem Zunamen St. Goar entsprochen. Aus dem Findelkind wurde eine junge Frau, die in Frankfurt einen wohlhabenden Ehemann heiratete, später einem spanischen Adeligen aus finanzieller Not half und von diesem dafür als Dank drei wertvolle Gemälde erhielt. Sie stiftete diese der katholischen Pfarrkirche, die sie heute als Altarbilder zieren.

Für eines der nächsten Treffen der St. Goarer Senioren im kommenden Jahr hat Stadtbürgermeister Walter Mallmann Pfarrer Wolfgang Krammes als virtuellen Stadtführer durch die St. Goarer Stiftskirche engagiert