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01. November 2008

Das St. Goarer Rathaus wurde auf Hochglanz gebracht

Bauhofleiter Jürgen Goedert und Stadtbürgermeister Walter Mallmann hängen nach dem erfolgten Umzug in das runderneuerte Rathaus wieder die Bilder an die Wand

Als im Jahr 1881 die Kosten für den Neubau des St. Goarer Rathauses addiert wurden, da kamen die damaligen Stadtväter auf die Summe von 46.000 Mark und der Kostenvoranschlag war eingehalten worden. Wenn in wenigen Wochen die Schlussrechnung des in seinem Innern umfangreich umgebauten und sanierten Gebäudes feststehen, dann wird diese Maßnahme ein Zehnfaches an Euro gekostet haben, aber auch dann werden die veranschlagten Kosten nicht überschritten sein.

Stadtbürgermeister Walter Mallmann nennt noch einen Vergleich: Im Jahr 1881 zog das Personal des damaligen Landratsamtes des ehemaligen Kreises St. Goar und zusätzlich das der damaligen Stadt- und Landbürgermeisterei St. Goar in das neue Haus ein. Heute ist dort im Erdgeschoss nur noch die ehrenamtlich geführte Stadtverwaltung verblieben und die Büroräume der weiteren Etagen sind an eine Rechtsanwaltskanzlei vermietet.

Die jetzigen Baumaßnahmen waren nicht mehr aufzuschieben. Die regelmäßig vom Hochwasser heimgesuchte Heizungsanlage im Keller des Hauses war völlig marode und die dortige öffentliche Toilettenanlage, so der Stadtbürgermeister, war auf dem hygienischen Stand der Zeit vor dem 2. Weltkrieg und sorgte verständlicherweise für ständige Beschwerden von Bürgern und Gästen. Die sanitären Anlagen im Innern des Gebäudes entsprachen ebenfalls nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen und die Büroräume verbreiteten den Charme der ersten Nachkriegsjahre. Daher gab der Stadtrat im vergangenen Jahr grünes Licht für diese Stadtsanierungsmaßnahme, deren Kosten mit mehr als der Hälfte aus öffentlichen Mitteln gefördert wird.

Bei den jetzigen Arbeiten wurden die vom Hochwasser gefährdeten Bereiche weitestgehend von technischen Bauteilen freigehalten, die Heizung nach oben verlegt und die gesetzlich vorgegebenen Brand- und Rauchschutzvorkehrungen getroffen. Die öffentlichen Toilettenanlagen wurden entsprechend dem steigenden Fremdenverkehr in der Stadt völlig neu eingerichtet und die Wärmedämmung der Gebäudehülle verbessert. Schließlich wurden die Büroräume und die sanitären Anlagen der Stadtverwaltung umgebaut und saniert. Sie sind inzwischen wieder bezogen, die ersten Bilder wieder aufgehängt und die Gardinen bestellt. Walter Mallmann: „Wenn die Farben getrocknet, alle Lampen brennen und alle Bilder hängen, dann laden wir zu einer kleinen Eröffnungsfeier ein.“

Nachdem innerhalb der letzten Jahre mit der Sanierung der ehemaligen Schule in St. Goar-Werlau, dem Umbau und der Sanierung der Rheinfels-Schule, dem Neubau der Rheinfelshalle und jetzt mit dem Umbau und der Sanierung des Rathauses ein großer Teil des über Jahre aufgelaufenen Sanierungsstaus beseitigt ist, haben sich der Stadtrat und der Stadtbürgermeister mit dem Umbau und der Sanierung der alten Schule in St. Goar-Biebernheim zu einem Bürgerhaus ein weiteres Ziel gesetzt, das in absehbarer Zeit erreicht werden soll.