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03. Juli 2008

„Vinum Sancti Goaris“: Sieger bei Vergleichsweinprobe

Vorstand und Winzer des Weinkonventes zum Hl. Goar präsentieren stolz den neuen „Vinum Sancti Goaris“: v.l.n.r. Kellermeister Werner Eckes, Gründungspräsident Walter Mallmann, Winzer Jürgen Wiegand, Konventspräsident Reinhard Franz, Winzer Thomas Philipps, Vizepräsident Lothar Wahl, Alt-Präsident Wendelin Hoffmann und Winzer Jürgen Schneider

Es war eine mutige, beinahe visionäre Vorstellung von St. Goarer Bürgern, die es sich jahrzehntelang wünschten, dass an ihrem völlig verbuschten und unzugänglichen Schlossberg unterhalb der Burg Rheinfels wieder einmal Wein wachsen möge. Mit der ersten Ernte eines „Jungfernweines“ im Herbst 2007 ging dieser Wunsch in Erfüllung. Und wie es scheint, wird aus der Einmaligkeit des letzten Jahres erneut eine regelmäßige Weinlesetradition am historischen Schlossberg in der alten Weinstadt am Mittelrhein entstehen.

150 Flaschen der ersten Lese wurden bereits von den St. Goarer Bürgern anlässlich der Einweihung ihrer neuen Rheinfelshalle im April begeistert und mit Hochachtung vor der großartigen Arbeit des Winzers Gerhard Lambrich aus Oberwesel-Dellhofen genossen. Sie tranken einen gradlinigen, aus dem Schieferboden geprägten, mineralischen Wein, mit Duftnoten von Pfirsich und Aprikose. Eine gut eingebundene Säure von 8,3 g und ein vergleichsweise niedriger Alkoholgehalt von 12,5 Promille erlauben einen echten Hochgenuss.

Dieser wunderbar mineralische, typische Mittelrhein – Riesling und dessen Qualität wurde von den Mitgliedern des Weinkonventes zum Heiligen Goar anlässlich einer Vergleichsweinprobe mit 12 anderen Spitzenweinen aus Rheinland-Pfalz als außerordentlich eingestuft und damit zum Sieger der Probe erklärt.

Die Geschichte der Stadt St. Goar war alle Zeit mit dem Weinbau verbunden, vor allem im Gründelbachtal und am Werlauer Hang. Der Schlossberg zeigt auf mittelalterlichen Stichen immer einen Weinberg. Neben der Wiederbestockung des Weinberges gewinnt auch das Stadtbild durch die Restaurierung des im Hang oberhalb der Jugendherberge gelegenen weißen Gartenhauses, des so genannten „Tusculum“ – d.h. „ruhiger Wohnsitz“ – und des über Spitzkehren neu angelegten Wanderweges zur Burg wieder ein auffälliges und schönes Gesicht. Wanderer und Tagestouristen nutzen gern den neuen Weg mit seiner prächtigen Aussicht auf den Rhein und die Burg Katz.

Die Renaturierung des Weinberges ist das Werk der Winzerfamilie Gerhard Lambrich aus Oberwesel-Dellhofen. Mehr als 5000 Euro investierte der Mittelrhein-Weinbaupräsident in die Wiederaufstockung. Zur leichteren Bewirtschaftung des Hanggeländes wurde eine Monorackbahn installiert. Auf elf ar Fläche stehen jetzt ca. 600 Rebstöcke und die erbrachten im Jahre 2007 ca. 960 l Wein. Dieser wird durch die Stadt St. Goar exklusiv vermarktet. Fast die gesamten Ernten sind bis zum Jahr 2017 im Voraus an Inhaber von Anteilsrechten verkauft. Nach Auskunft von Stadtbürgermeister Walter Mallmann stehen für Interessenten nur noch ganz wenige Anteilsscheine zur Verfügung.

Auch für dieses Jahr ist bei guter Witterung und hoffentlich ausbleibendem Hagel eine etwa gleich große Ernte zu erwarten. Rebblüte und der aktuelle Wuchs lassen darauf hoffen. Der Weinkonvent zum Heiligen Goar mit seinen rund 50 Mitgliedern hat den 2007er „Vinum Sancti Goaris“ zu seinem Konventswein erklärt. Mit Abstand gewann der junge St. Goarer Wein gegen teils herausragende Namen die Herzen und die Zungen des Konventes.