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25. September 2007

Leuchtsignal zur Strukturverbesserung des Tourismus am Mittelrhein

Dass Träume Wirklichkeit werden können, das zeigt sich unterhalb der Burg Rheinfels in St. Goar im so genannten Schlossberg. Dort ist innerhalb von vier Jahren wieder ein Landschaftsgarten mit einem Weinberg entstanden, der schon zu Beginn der Maßnahme vom damals zuständigen rheinland-pfälzischen Staatssekretär Harald Glahn als “ein Leuchtsignal zur Strukturverbesserung des Tourismus im Mittelrheintal“ bezeichnet wurde.

Das dortige, die Jugendherberge umgebende Hanggelände war im Laufe der Jahre, so schrieb die Zeitung damals, total „verurwaldet“ und von dem einstmals vorhandenen Landschaftsgarten nichts mehr zu sehen. Die Trockenmauer des noch bis in die fünfziger Jahre dort bestehenden Weinberges waren überwuchert und das Tusculum, wie das unterhalb der Burg gelegene kleine weiße Haus genannt wird, einstmals Domizil berühmter Künstler, war weitestgehend rücksichtslosem Vandalismus zum Opfer gefallen. Das alles hat sich inzwischen zum Guten gewandt.

Als vor fünf Jahren eine vergilbte alte Zeichnung des Schlossberggeländes aus dem 19. Jahrhundert zu Tage gefördert wurde, auf der Wegeführungen, Bepflanzungen und Bebauungen entnommen werden konnten, da reifte im St. Goarer Rathaus bei Stadtbürgermeister Walter Mallmann der Entschluss, der Stadt in diesem Teil ihr früheres Gesicht, wie es zahlreiche historische Ansichtkarten zeigen, wieder zu geben.

Rasch fand der Bürgermeister bei den engagierten Mitarbeitern des rheinland-pfälzischen Landesamtes für Denkmalpflege sachkundige Verbündete und als der Mittelrhein zeitgleich mit der Förderung der Europäischen Union durch das Leaderplus-Programm bedacht wurde und das Land Rheinland-Pfalz sich großzügig beteiligte, da gab der Stadtrat grünes Licht für die ehrgeizige Maßnahme, die unter dem Arbeitstitel „Rheinfelspfad“ firmierte.

Im ersten Bauabschnitt wurden diejenigen Bäume und Büsche entfernt, die für die Renaturierung des wieder entstehenden Landschaftsgartens nicht benötigt wurden. Mit herkömmlichem Baumfällen war es nicht getan. Es waren Spezialisten notwendig, die als Seilakrobaten für die Lichtung des dichten Gehölzes sorgten. Der zur Burg führende Wanderweg wurde wieder angelegt und die alten Trockenmauern in sorgfältiger Handarbeit gerichtet. Mit dem nach der Landgräfin Anna Elisabeth benannten Weg wurde eine ideale Verbindung zur Burg Rheinfels geschaffen, die heute von den in St. Goar immer zahlreicher werdenden Wanderern und den Burgbesuchern gerne genutzt wird. Die Stadtkasse verspürt durch die vermehrten Eintrittsgelder eine willkommene Aufbesserung.

Mit Gerhard Lambrich (Oberwesel-Dellhofen), dem Präsident des Weinanbaugebietes Mittelrhein, konnte ein erfahrener Winzer für die Neuanlage des Weinberges begeistert werden, der dort in diesen Tagen die erste Lese einfährt. Dass es Stadtbürgermeister Walter Mallmann gelungen ist, bereits vor zwei Jahren die Ernten auf zehn Jahre im Voraus zu vermarkten, ist ein weiteres interessantes Kapitel der variantenreichen Geschichte.

Die Renaturierung des Schlossberges hat es mit sich gebracht, dass unterhalb des Alexanderplatzes ein weiteres Stockwerk der Burg Rheinfels sichtbar wurde, das in der Folge restauriert und der genannte Platz neu gestaltet wurde. Die dortige Neuanpflanzung der Linden wurde von örtlichen Vereinen großzügig finanziert. Inzwischen ist auch das Tusculum restauriert und der Landgräfin Anna Elisabeth-Weg als Themenpfad beschildert. In den nächsten Tagen wird er offiziell eröffnet. Dann möchte sich Stadtbürgermeister Walter Mallmann bei allen bedanken, die dafür sorgten, dass dieser Traum in kurzer Zeit Wirklichkeit wurde.