13. September 2007
St. Goarer Senioren erkunden den Kirchplatz
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Unser Bild zeigt das Ortsbild prägende ehemalige |
Der Kirchplatz ist ein Überrest der sakralen Bauten und Einrichtungen, die im Mittelalter rund um die Stiftskirche entstanden. Der Platz selbst ist Teil des ‚Alten Kirchhofs‘, des alten St. Goarer Friedhofs. Dieser war wesentlich größer als der heutige Kirchplatz. Auf dem Gelände des Kirchhofs, so ist es der Beschreibung der „Via Sancti Goaris“, des vor einigen Jahren geschaffenen beschilderten Stadtrundgangs zu entnehmen, stand nahezu 1.000 Jahre lang eine Kirche, das „Oratorium der Heiligen Maria“. Sie wurde lange vor der Stiftskirche errichtet, als die vom Hl. Goar errichtete Kapelle für die zahlreichen Pilger, die zu seinem Grab kamen, zu klein geworden war. Nachdem in diesem Gotteshaus wegen seiner Baufälligkeit keine Gottesdienste mehr abgehalten werden konnten, wurde es noch bis zu seinem Abriss im Jahr 1772 als Beinhaus genutzt.
Später entstanden auf dem Platz die Schuppen der Napp’schen Lederfabrik. Bei der Lederfabrikation wurden die Felle in mit Eichenbalken und -bohlen ausgekleideten Lohgruben gegerbt. Nach Auskunft der Zeitzeugin Maria Neugebauer (95), die in ihren Kindertagen am Kirchplatz gewohnt hat, gehörte das gesamte bergseitige Gebiet von der Stiftskirche bis zum kleinen früher im Volksmund genannten „Kreuze Gässchen“, das in die Oberstraße führt, der Familie Napp. Die Lohscheune Napp wurde im Jahr 1925 abgerissen. Der Kirchplatz wurde mit Wohnhäusern bebaut. Auch mit dem in den 1930er Jahren erfolgten Neubau der Kreissparkasse erhielt der Platz ein anderes Gesicht.
Vor fünfzehn Jahren erfolgte im Rahmen des Ausbaus der St. Goarer Innerortsstraßen unter tatkräftiger Beteiligung der Rampenschisser und der Kirchplatz-Nachbarschaft eine neue Platzgestaltung. Sehr das Ortsbild prägend zeigt sich hier das heute im Privatbesitz befindliche frühere „Brauhaus zur Gerste“, nach der auch die danebenliegende kleine Gasse „Gerstengasse“ benannt ist. In einem weiteren in unmittelbarer Nachbarschaft gelegenen heutigen Wohnhaus befand sich in alter Zeit einmal das „Gasthaus zur Stadt Frankfurt“.
In der heutigen Zeit ist es auf dem Platz, auf dem nun ausschließlich Wohnhäuser stehen, ruhiger geworden. Am Fest „Rhein in Flammen“ aber rückt das idyllische Ambiente in den Mittelpunkt des festlichen Geschehens und außerdem feiert hier die Nachbarschaft traditionell ihr jährliches Kirchplatzfest.







