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11. Juli 2007

Die St. Goarer Senioren wissen vieles zu erzählen

Unser fast einhundert Jahre altes Foto zeigt einen Blick in die die leicht überflutete St. Goarer Innenstadt (Foto Privat)


Der Seniorenkreis „St. Goarer Geschichte(n)“ hat sich zu einem Selbstläufer entwickelt. Inzwischen wird der Rathaussaal für das monatliche Treffen schon zu klein. „Wir freuen uns auf die größeren Räume in der neuen Rheinfelshalle“, war von den begeisterten Hobby-Forschern zu hören, die sich mit großer Begeisterung ständig neuen heimatgeschichtlichen Themen stellen. Aus einer ehemals gemütlichen Kaffeerunde ist eine sich zahlenmäßig ständig vergrößernde Versammlung geworden, die auch von auswärts wohnenden früheren St. Goarern gerne besucht wird.

Die jüngste Begegnung gestaltete sich zu einer Marathonsitzung, denn es gab bei der von Hildegard Mallmann sorgfältig gestalteten Powerpoint-Präsentation historischer Ansichten aus der St. Goarer Innenstadt vieles zu erzählen. Fast in jedem Haus der St. Goarer Heerstraße waren in alter Zeit Geschäfte, Gaststätten und Hotels etabliert. Alten Geschäftsanzeigen wurde entnommen, dass nicht nur Hosenträger, Korsetten, Peitschen, Viehdecken, Stehlampen, Sofas, Chaiselongues, Knochenmehl, Bettfedern, Galanterie- und Weißwaren, Kohle und Brikett, sondern alles andere, was heute in den unterschiedlichen Super- und Baumärkten erworben werden kann, in den kleinen Läden in St. Goar angeboten wurde.

Mit den Hinweisen auf ein Judenhaus wurde nicht das ruhmreichste Kapitel der Stadtgeschichte gestreift und die einstmals so genannten Franzosenhäuser erinnerten an eine Zeit, in der an eine freundschaftliche Partnerschaft, wie sie heute zwischen deutschen und französischen Städten gepflegt wird, nicht zu denken war. Aber auch ein verwandtschaftliches Verhältnis des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuß mit einer St. Goarer Familie war zu erfahren. Schließlich ar das Hochwasser in der Stadt immer ein Thema.

Obwohl Stadtbürgermeister Walter Mallmann im Vorfeld des jüngsten Treffens mit tatkräftiger Unterstützung von Doris Krick, Anneliese Lang-Beck und Peter Nowsch akribische Vorarbeit zu fünfzig innerstädtischen Häusern geleistet hatte, gab es Dutzende zusätzlicher Zeitzeugenberichte ,die mit historischen Fotos belegt, die vergangene Zeit aufhellten. Da die nachträgliche Aufarbeitung des jeweils Gehörten und die notwendige Vorbereitung auf die nächsten Treffen immer zeitaufwändiger werden, freut sich Walter Mallmann bereits auf eine Praktikantin, die in Kürze bei der Stadt ein praktisches soziales Jahr für Kultur absolvieren wird.