07. März 2007
Die Geschichte des Werlauer Bergbaus wird auf einem Themenpfad beschrieben
Die Stadt St. Goar hat in den vergangenen Jahren ein perfektes Wanderwegenetz angelegt und verzeichnet bei ihren Bemühungen um den so genannten sanften Tourismus gute Erfolge. Einige dieser Wege, wie beispielsweise der Rheinfelspfad und die Via Sancti Goaris, wurden zu Themenpfaden ausgebaut, die mit einer professionell konzipierten Beschilderung die Besonderheiten von Natur, Landschaft und Geschichte verbinden.
Als nächstes Projekt steht nach Aussage von Stadtbürgermeister Walter Mallmann jetzt der Ausbau des Grubenweges zu einem Themenpfad auf dem Programm. Es ist nicht allgemein bekannt, dass die Stadt St. Goar außer der Burg Rheinfels und der Stiftskirche auch noch ein ganz anderes Kapitel rheinischer Geschichte aufschlagen kann: Die Geschichte des mittelrheinischen Bergbaus. Die beiden St. Goarer Stadtteile Werlau und Fellen sind damit eng verbunden. Bereits 1562 wird die Grube „Gute Hoffnung“ auf dem Prinzenstein urkundlich erwähnt. Im Jahre 1758 wurde nach umfänglichen Untersuchungen und sorgfältigem Probeschmelzen der Grubenbetrieb unter der Bezeichnung „Constantins Erzlust“ aufgenommen.
Später wurden die Betriebsanlagen erheblich erweitert. Mehr als 200 Jahre lang wurde dort Blei-, Kupfer- und Zinkerzen gefördert und das Bergwerk war Erwerbsquelle vieler Werlauer und Fellener Familien, ehe es im Jahre 1961 endgültig und für immer geschlossen wurde.
Bis 740 m tief führte ein Schacht unter die Erde und achtzig Meter unter dem Strombett des Rheins fuhr die von einer Diesellokomotive gezogene Grubenbahn auf einer einzigartigen zwei Kilometer langen Strecke. Der Fels dort ist ganz dicht. Kein Tropfen Wasser drang in den Tunnel, der die beiden Seiten des Rheines und deren Grubenanlagen verband.
Laut Stadtbürgermeister Walter Mallmann ist die Finanzierung des Vorhabens durch Eigenleistungen, bereits eingegangene Spenden und öffentliche Fördermittel gesichert. Dazu erklärten die beiden am Projekt beteiligten Ortsvorsteher Horst Vogt (St. Goar-Werlau) und Michael Hubrath (St. Goar-Kernstadt): „Dieses Geschehen wird jetzt auf dem bereits bestehenden und durch die Wanderer stark frequentierten Weg mit entsprechenden Hinweistafeln anschaulich dargestellt, damit auch auf diese Weise ein Teil der Geschichte von Werlau und Fellen für die Nachwelt erhalten bleibt.“
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Unser Werlauer Archivbild aus dem Jahr 1903 zeigt die damalige Belegschaft der Grube Prinzenstein |







