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13. März 2005

Auch Winnetous „Vater“ Karl May schrieb über St. Goar

Dass bedeutende Dichter und Autoren bereits seit Jahrhunderten über die Stadt St. Goar schreiben und zeitweise in der Rheinfelsstadt Wohnung genommen haben, das ist hinlänglich bekannt. Dass aber auch Karl May (1842-1912), der „Vater“ von Winnteou, Old Shatterhand, Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi, dessen Bücher in 33 Sprachen übersetzt wurden und die eine Gesamtauflage von über 200 Millionen erreichten, das malerische Gründelbachtal und die Stadt St. Goar in einem der zahlreichen Werke verewigt hat, das wissen in St. Goar nur wenige.

Im Rahmen seiner umfänglichen Recherchen über die Geschichte der Mühlen im Gründelbachtal, stieß Stadtbürgermeister Walter Mallmann auf den Karl May-Band Nr. 47, der den schrulligen Titel „Professor Vitzliputzli“ trägt. In diesem Band sind eine Reihe überwiegend einem größeren Publikum unbekannt gebliebene Geschichten aufgeschrieben. Eine davon heißt die „Kriegskasse“ und sie schildert die französische Zeit der frühen Jahre des neunzehnten Jahrhunderts am Mittelrhein.

Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Franz, der Sohn des Obermüllers und Anna, die Tochter des Untermüllers, die sich beide innig lieben. Sie sollen aber nach dem Willen von Annas Vater kein Paar werden, weil der Untermüller seine Tochter dem französischen Zolloffizier Jambrieu versprochen hat, der mit seinen Zöllnern den Schmuggel der Einheimischen über den die Landesgrenze bildenden Rhein verhindern soll. Die Geschichte geht, so wie immer bei Karl May, gut aus. Anna bekommt ihren Franz, nachdem dieser als Lützowscher Jäger unter dem „Marschall Vorwärts“ in der Neujahrsnacht die napoleonischen Truppen und mit ihnen den Zolloffizier bei Kaub über den Rhein vertrieb.

Künftig wird außer den Karl May-Festspielen in Bad Segeberg, dem Museum in Radebeul und dem Verlag in Bamberg, das war von Stadtbürgermeister Walter Mallmann zu erfahren, auf dem St. Goarer Themenpfad „Mühlenweg“ eine Gedenktafel an den sächsischen Schriftsteller erinnern.