15. Januar 2005
„VINUM SANCTI GOARIS“: Ein neues Kapitel in der Geschichte des St. Goarer Weinbaus
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Mit der in Kürze geplanten Neuanlage eines Weinbergs auf dem unter der Burg Rheinfels gelegenen Hang wird ein neues Kapitel der wieder belebten St. Goarer Weinbergsgeschichte aufgeschlagen. Schon im Jahr 2008 soll dort der „VINUM SANCTI GOARIS“ geerntet werden.
Stadtbürgermeister Walter Mallmann hat seit fünf Jahren mit viel Mühe und Überzeugungskraft eine Trendwende gegen den fast zum Erliegen gebrachten Weinbau in seiner Stadt eingeleitet. Bis dahin hatten lediglich noch die beiden im Gründelbach gelegenen Mühlenschänken für den eigenen Verbrauch die St. Goarer Weintradition hoch gehalten. Inzwischen ernten aber auch die beiden Weingüter Peter Schneider (Damscheid) und Goswin Lambrich (Oberwesel-Dellhofen) wieder Riesling-Trauben in der Großlage „St. Goarer Burg Rheinfels“. Sie vermarkten den Wein, für den es bereits mehrere Auszeichnungen gab, mit gutem Erfolg. Inzwischen stehen mit dem Spätburgunder und dem Dornfelder sogar zwei St. Goarer Rote auf der Angebotsliste und Rotwein gab es zuvor dort seit Menschengedenken nicht mehr.
Jetzt geht es darum, so Walter Mallmann, unterhalb der Burg Rheinfels den Weinanbau als die wichtigste historische und traditionelle Landnutzungsform der Rheinhänge wieder sichtbar zu machen. Einen jährlichen Ertrag zwischen 500 und 600 Flaschen Riesling erwartet Mittelrhein-Weinbaupräsident Gerhard Lambrich, der in städtischem Auftrag den neuen Wingert bewirtschaften wird. Die gesamte Ernte des namentlich geschützten „VINUM SANCTI GOARIS“ wird von der Stadt komplett und exklusiv auf die Dauer von zehn Jahren vorab über Optionsscheine vermarktet. Die Nachfrage nach dem künftigen St. Goarer „Kultwein“ ist nach Aussage des Bürgermeisters „riesig und die Abnahme gesichert“.
Für Kernstadt-Ortsvorsteher Michael Hubrath ist das Vorhaben auch aus touristischer Sicht und im Hinblick auf die künftige Bundesgartenschau in Koblenz von höchstem Interesse. Bis zu deren Eröffnung im Jahr 2011 soll die ehemalige Gartenanlage unterhalb der Burg, in dem der Weinberg nur ein Bestandteil ist, nach historischen Plänen wieder als einer der typischen mittelrheinischen Landschaftsgärten heranwachsen.







