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09. August 2006

Die Gründelbacher Geschichte wird lebendig

Unser Bild aus dem Stadtarchiv St.Goar wurde anlässlich der Gründelbacher Kirmes im Jahr 1920 aufgenommen.

Die Entwicklung des St. Goarer Stadtteils Gründelbach in den beiden letzten Jahrhunderten stand im Mittelpunkt der Recherchen beim jüngsten Treffen des Seniorenkreises „St. Goarer Geschichte(n)“. Dazu hatte Stadtbürgermeister Walter Mallmann eine chronologische Reihenfolge von Zeitungsberichten aus dem St. Goarer Kreisblatt der Jahre 1870 bis 1920 vorbereitet.

Dort ist der schreckliche Unfall eines Müllers beschrieben, der im Mahlwerk seiner Mühle umkam. Es ist ein böser Streich vermerkt, bei dem ein Felsblock von der Höhe aus auf eine der Mühlen gerollt wurde und dort eine Gebäudewand durchschlug. Schließlich ist eine grausame Bluttat vermeldet, bei der ein Siebzehnjähriger aus einem vorderhunsrücker Dorf im Gründelbachtal einen Bürger aus Hirzenach erschoss, um sich dessen Kleidung zu bemächtigen.

Aber auch weniger spektakuläres Geschehen wurde besprochen. Dazu zählte das früher von der Stadt St. Goar geforderte Schulgeld für die auf der linken Gründelbachseite und daher ehemals zur Gemeinde Werlau gehörenden Kinder für den Besuch der St. Goarer Schulen. Es war zu erfahren, dass die Station der mit Dampf betriebenen städtischen Elektrizitätsversorgung deshalb im Gründelbachtal gebaut werden sollte, weil der von dieser Anlage ausgehende Lärm innerhalb der Stadt nicht zumutbar sei. Das Werk wurde später dennoch in der St. Goarer Oberstraße in Betrieb genommen.

Für das nächste Treffen im September haben sich die Hobby-Historiker die Geschichte der zahlreichen früheren Mühlen im Gründelbachtal vorgenommen. Walter Mallmann: „Mit einer bereits vorhandenen umfangreichen Sammlung alter Fotos, den Dokumenten des Stadtarchivs und interessanten Zeitzeugenberichten werden wir noch in diesem Jahr einen interessanten Teil St. Goarer Stadtgeschichte fortschreiben können.