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03. August 2006

Ehrentafel für Widerstandskämpfer

„Er war einer der Männer und Frauen, die angesichts des Elends des Krieges und des Unrechts, das im Zeichen des Nationalsozialismus geschah, die Kraft aufbrachten, sich der Diktatur zu widersetzen. Sie waren willens, die Diktatur zu beenden, wohl wissend, dass sie ihr Leben einsetzten.“ So lautete der Nachruf für den Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 Adolf Friedrich Graf von Schack, dem jetzt die Stadt St. Goar an dessen Geburtshaus im St. Goarer Bismarckweg eine Gedenktafel widmet.

Adolf Friedrich Graf von Schack war das vierte von fünf Kindern des Ulrich Graf von Schack (1853-1923), Leutnant der Landwehr-Cavallerie a.D., der aus Mecklenburg stammte und nach St. Goar gezogen war, nachdem er seinen militärischen Abschied genommen hatte. Die Familie von Schack wohnte mit ihren fünf Kindern im heutigen Haus Müller im Bismarckweg. Adolf Friedrich besuchte das Gymnasium in Boppard. Nach dem Abitur schlug er die militärische Laufbahn ein. 1920 nahm er seinen Abschied und übernahm 1923 das Familiengut in Zülow bei Schwerin,1939 wurde er erneut Soldat. Nach mehreren Fronteinsätzen wurde er in die Berliner Stadtkommandantur versetzt. Diese war die wichtige Kommandozentrale für den Aufstand des 20. Juli 1944.Von hier sollten nach einem gelungenen Attentat die zur Übernahme der Macht notwendigen Maßnahmen zur Absperrung des Regierungsviertels ihren Ausgang nehmen. Der Aufstand scheiterte und Graf von Schack, dem es noch gelungen war verräterische Aufzeichnungen zu vernichten, wurde verhaftet und am 15. Januar 1945 im Zuchthaus Brandenburg-Görden erschossen.

Stadtbürgermeister Walter Mallmann: „Wo der tapfere Mann des 20. Juli 1944 begraben ist, das wurde seiner Familie nicht mitgeteilt.“ Neben einer Gedenktafel in der Familiengruft im mecklenburgischen Stralendorf wird nun auch an seinem Geburtshaus in St. Goar an ihn erinnert.