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07. April 2006

Pilotprojekt im Mittelrheintal: Stadtsanierung St. Goar

Rund einhundert Teilnehmer konnte Stadtbürgermeister Walter Mallmann bei der jüngsten Einwohnerversammlung in der Rheinfelshalle begrüßen, bei der die geplante Sanierung der St. Goarer Altstadt im Mittelpunkt des Interesses stand. Diese ist nach Ansicht aller Verantwortlichen wegen des dortigen rasanten Einwohnerrückgangs dringend notwendig. Mallmann: „Dieses Projekt kann aber nur gemeinsam mit der Bürgerschaft durchgeführt werden. Daher werden wir über alle Schritte stets zeitnah und umfassend informieren.“ Dazu stellte sich schon jetzt ein sachkundiges Team auf dem Podium zu konkreten Informationen zur Verfügung.

Stadtplaner Friedrich Hachenberg (Boppard) erläuterte die Zielsetzung der Maßnahme, an deren Ende sich in einem angenehmen Wohnumfeld alle Generationen wohl fühlen sollen. Bis zu den Sommerferien wird er den so genannten städtebaulichen Rahmenplan vorlegen. Stadtplaner Andreas Roll (Boppard) erläuterte am Beispiel der bereits erstellten Machbarkeitsstudie wie der Bereich am Bahnhof unter Einbeziehung des ehemaligen Postgebäudes neu gestaltet werden könnte. Zurzeit sind konkrete Verhandlungen mit interessierten Investoren dieser Maßnahme im Gang.

Für Markus Schaffrath, Geschäftsstellenleiter des Zweckverbandes Oberes Mittelrheintal, bietet sich die Sanierung der Stadt St. Goar als Pilotprojekt an, da ein dringender Bedarf bestehe und bereits gute Vorarbeiten geleistet worden seien. VG-Bürgermeister Thomas Bungert wies auf die durch eine kluge Haushaltsführung verbesserte Finanzlage der Stadt hin, die in den kommenden Jahren die zu erbringenden Eigenmittel zur Verfügung stellen könnte.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgte die Versammlung die Ausführungen von Bernd Herrmann (Landesbank Rheinland-Pfalz) und Rochus Becker (Kreissparkasse Rhein-Hunsrück), die sehr anschaulich die Vielzahl der bestehenden öffentlichen Förderprogramme von Bund und Land erläuterten. Dazu meinte ein überraschter Zuhörer: „Da gibt es ja für fast alles einen Geldhahn!“

So rege die anschließende Diskussion über die Themen „Stadtsanierung, Bahnlärm und Stadthallenbau“ auch war, Fragen um die finanzielle Förderung der privaten Maßnahmen waren eher die Ausnahme. Das aber änderte sich bereits am folgenden Tag, als Stadtbürgermeister Walter Mallmann bereits mehrere Termine von interessierten Grundstückseigentümern mit örtlichen Geldinstituten vereinbaren konnte.