05. Januar 2007
Vor hundert Jahren erhielt St. Goar elektrisches Licht
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Unser Foto (Stadtarchiv St. Goar) aus dem Jahr 1921 zeigt die Außenansicht des ehemaligen in der Oberstraße gelegenen St. Goarer Elektrizitätswerks. |
Das damalige Geschehen ermittelten jetzt die aktiven Heimatforscher in akribischer Recherche. Am 11. Oktober 1895 hatte sich der St. Goarer Stadtrat mit einem ihm vorgelegten Plan befasst, wonach in Oberwesel ein Elektrizitätswerk gebaut werden sollte, dass außerdem die Städte Bacharach, Kaub, St. Goar und St. Goarshausen „wegen Herstellung von elektrischem Licht“ versorgen sollte. Der St. Goarer Stadtrat war zögerlich und hielt die geforderte Mindestzahl von 800 Lampen für die Stadt als nicht möglich. Drei Jahre später erteilte der St. Goarer Stadtrat der mittelrheinischen Gesamtkonzeption eine eindeutige Absage und votierte für eine eigenständige Elektrizitätsversorgung.
Dazu wurden die voraussichtlichen Kosten eingeholt und mittels Fragebogen das örtliche Interesse an der elektrischen Stromversorgung ermittelt. Innerhalb weniger Wochen meldeten 37 Hausbesitzer einen Bedarf von 600 Lampen an. Daraufhin beschloss der Stadtrat nach sorgfältiger Abwägung den Bau eines eigenständigen Elektrizitätswerkes.
Ganz so einfach, wie man es sich vorgestellt hatte, war der Plan aber nicht umzusetzen. Offerten verschiedener Unternehmen fanden nicht die Zustimmung des Stadtrates und auch der ursprünglich am Eingang des Gründelbachtals vorgesehene Standort für das Elektrizitätswerk wurde mehr und mehr in Frage gestellt.
Erst im März 1906 war das Projekt wieder spruchreif. Die Konzession zur Errichtung eines Elektrizitätswerkes wurde dem Bonner Ingenieur Helmrath erteilt, der in Adenau und Zell zuvor ähnliche Werke errichtet hatte, die, so schreibt der Chronist, „ in jeder Beziehung als mustergültig bezeichnet werden.“ Inzwischen waren auf einer Zeichnungsliste 1.100 Lampen gemeldet. Der mit dem Projekt Beauftragte gründete eine für den Zweck entsprechende GmbH, kaufte in der St. Goarer Oberstraße ein Gebäude, ließ es abreißen und errichtete an gleicher Stelle das Elektrizitätswerk.
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In den ersten Jahren nach dem ersten Weltkrieg kam es wegen des damals herrschenden Brennstoffmangels zu ernsthaften Versorgungsproblemen bei der städtischen Stromversorgung. So musste einmal eine Kinovorführung mangels elektrischen Stroms abgebrochen werden, was zu großem Unmut führte. In den späteren Jahren ging die eigenständige St. Goarer Stromversorgung an die Rhein-Nahe-Kraftversorgung und in der Folge an die RWE über.








