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01. Februar 2010

Fassenacht am Rhein: Die Rheinfelshalle bebte

Dieter Vetter, Altmeister der St. Goarer Fassenacht, glossierte mit musikalischen Ohrwürmern das örtliche Geschehen des vergangenen Jahres.

Es ist schon gut, dass die neue Rheinfelshalle stabil gegründet ist, denn die erste diesjährige Sitzung der KG Rot-Weiß Sangewer riss das närrische Publikum zu wahren Beifallsstürmen hin. KG-Vorsitzender Markus Kramb versprach bei seiner freundlichen Begrüßung den Gäste nicht zu viel: Es folgte unter der souveränen und stets den Punkt treffenden Leitung von Sitzungspräsident Michael Olk eine einzigartige Gala mittelrheinischen Karnevals.

Monika Geissler brachte ihr Publikum als beste Mutti der Welt nach einem einführenden Gardetanz der St. Goarer Fünkchen bereits auf Hochtouren. Dann legten die Möhnen als St. Goarer Hühner mit ihrem Hahn Franz-Josef Schwarz und ersten nachhaltigen Hinweisen an die zahlreich versammelte Prominenz kräftig nach. Wer zu Beginn des Vortrages von Brigitte und Miriam Kuhn bei ihrem Bettgeflüster als altes Ehepaar Böses denken wollte, der wurde am Ende mit einer lustigen Pointe überrascht und das Publikum ließ erste Raketen los. Dass aus einem ehemaligen Kinder-Sitzungspräsidenten ein perfekter Büttenredner werden kann, das bewies Rico Wellnitz, der seine Erfahrungen als Fahrschüler zum Besten gab.

Christiane Nowsch erzählte von ihrem Kirchgang nach dem Genuss einer herzhaften Bohnensuppe.

Von den „Blauen Bergen“ kam mit Dieter Vetter einer der Altmeister der St. Goarer Fassenacht als Western-Oldy angeritten und glossierte mit musikalischen Ohrwürmern das örtliche Geschehen des vergangenen Jahres. Da mussten Stadtbürgermeister Walter Mallmann und die zahlreich anwesenden Stadträte durch. Liebenswürdig sprach Gisela Wellnitz mit dezenten Hinweisen auf gutes Benehmen dem Publikum ins Gewissen. Abwechselnd und je nach Aussage hatte Brigitte Kuhn als Männerrechtlerin einmal die anwesenden Damen und zum anderen die Herren auf ihrer Seite. Als Christiane Nowsch von ihrem Kirchgang nach dem Genuss einer herzhaften Bohnensuppe erzählte und mehrfach von orkanartigem Beifall begleitet wurde, da bestand die Standfestigkeit der neuen Rheinfelshalle eine ernsthafte Bewährungsprobe.


Die Folge der Büttenreden wurde stets durch perfekte Show- und Tanzeinlagen unterbrochen, bei denen sich neben den St. Goarer Fünkchen, der Tanzgarde der KG Rot-Weiß und den Amazonen, die Quetschepänz aus Wiebelsheim und die Showtanzgruppen x-dream aus Niederburg erneut durch großes Können auszeichneten und für eine gute Nachbarschaft sorgten.

Heike Vogt, Andrea Vosshage, Marion Plenz und Ute Müller bewiesen als Brandswald-Hexen einmal mehr, dass es beim Publikum immer gut ankommt, wenn die so genannten lokalen Größen kräftig durch den Kakao gezogen werden. Dass Dieter Roth – St. Goars karnevalistisches Urgestein – das ganz besonders gut versteht, bewies er auch in diesem Jahr, in dem er erstmals als Saarländer den Damen und Herren in der ersten Saalreihe mit liebenswürdig-dezenter Deutlichkeit die Meinung sagte.

Als schließlich Hansenmeister Helmut Kwiczorowski als profilierter Entertainer mit seinem Potpourri rheinischer Lieder das Publikum begeisterte, da hatte wegen der Kurzweiligkeit der Veranstaltung niemand bemerkt, dass die Uhr längst weit nach Mitternacht zeigte. Am Samstag, dem 6. Februar 2010 ab 19.11 Uhr, wird die wunderbare Revue mittelrheinischen Humors in der Rheinfelshalle wiederholt.