19. Juli 2009
Der Hochaltar der Kath. Pfarrkirche in St. Goar soll restauriert werden
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Die Tafeln, die der Schule des „Hausbuchmeisters“ zugeschrieben werden, haben eine abenteuerliche Geschichte erlebt: Vermutlich stammen sie aus der Stiftskirche in Neustadt an der Weinstraße und wurden im Zuge der Säkularisation kirchlichen Guts 1804 verkauft. Sie gelangten in den Besitz eines spanischen Konsuls, der sie der in seinen Diensten stehenden Maria Barbara Hillenbrand vermachte. Die aus St. Goar stammende und in Frankfurt lebende Witwe stiftete die Tafeln 1863 der katholischen Pfarrgemeinde. In den Jahren 1892 bis 1894, als die neue Kirche ausgestattet wurde, ließ man ein neugotisches Altargehäuse nach Plänen von Wiethase bauen. Dieser „Rahmen“ für die alten Gemälde ist, obwohl weniger beachtet, fast genauso wertvoll wie die spätgotischen Tafelbilder.
Als der Altar 1959 renoviert wurde, so Dr. Sebald, entfernte man das opulente neugotische Gesprenge, die teilweise farbige Fassung und Teile der reichen Vergoldung wurden mit einem grauen Ölanstrich überzogen. Trotz der fehlenden Teile und des unhistorischen Anstrichs handelt es sich um ein Hauptwerk neugotischer Altarbaukunst Ende des 19. Jahrhunderts im Rheintal.
Pastor Manfred Weber hat inzwischen erste Schritte auf dem kirchlich-administrativen Weg eingeleitet und Stadtbürgermeister Walter Mallmann lotet zurzeit eine öffentliche Förderung der Restaurierung der Kunstwerke an. Die Gründung eines Fördervereins zur Erhaltung des Hochaltars ist für die erste Augustwoche terminiert.







